TRIBSCHEN: Letzte Lücke wird geschlossen

Der Mossdorf-Bau in der Tribschenstadt weicht einem Bürogebäude der CSS Versicherungen. Auch dahinter wird bald gebaut.

Sandra Monika Ziegler
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Anstelle des Mossdorf-Baus an der Tribschenstrasse 51 erstellt die CSS Versicherung neben ihrem Hauptsitz einen neuen Bürokomplex. (Bild Roger Grütter)

Anstelle des Mossdorf-Baus an der Tribschenstrasse 51 erstellt die CSS Versicherung neben ihrem Hauptsitz einen neuen Bürokomplex. (Bild Roger Grütter)

Sandra Monika Ziegler

Ein boomendes Luzerner Quartier ist in den letzten Jahren mit der Tribschenstadt entstanden. Doch zwei Lücken sind noch geblieben. Ein Grundstück gehört der Eggstein Immobilien AG. Auf dem noch unüberbauten Land an der Anton-Julius-Eggstein-Gasse stehen seit einiger Zeit Baugespanne. Nachdem das Projekt (111 Wohnungen) durch Einsprachen blockiert war – dabei ging es unter anderem um Gebäudehöhen –, soll es nun vorwärts gehen. Die Eggstein Immobilien AG rechnet damit, demnächst die Baubewilligung zu erhalten. Die Bauarbeiten könnten noch in diesem Jahr starten, hiess es auf Anfrage.

Das zweite Grundstück gleich daneben im Bereich Tribschenstrasse 51 und 57, das bald zur Baustelle wird, gehörte bis vor kurzem auch der Eggstein Immobilien AG. Ende 2015 hat es die CSS Versicherung gekauft. Diese plant dort einen Bürokomplex für 350 Arbeitsplätze. Damit sollen jene Arbeitsplätze, die bisher in der Stadt verteilt waren, neben dem Hauptsitz konzentriert werden, sagt Mediensprecherin Christina Wettstein: «Das geplante Bürogebäude ist für den Eigenbedarf. Neue Arbeitsplätze werden damit nicht geschaffen.» Die Investitionen liegen im zweistelligen Millionenbereich.

Gewerbehaus nicht unter Schutz

Zu kontroversen Diskussionen führte das Gewerbehaus an der Tribschenstrasse 51, das 1933 vom Luzerner Architekten Carl Mossdorf gebaut wurde und beim geplanten Neubau abgerissen wird. Der Luzerner Heimatschutz wollte das Gebäude retten, doch der Denkmalschutz sah das anders. Und heute steht dem Abriss aus denkmalschützerischer Sicht nichts im Wege.

«In Fachkreisen wird der Gewerbebau von Carl Mossdorf an der Tribschenstrasse hoch geschätzt. Da sorgte der geplante Abriss für grosse Aufruhr», sagt Rainer Heublein, Präsident Heimatschutz Luzern. Doch schon mit der Ausschreibung des ersten Wettbewerbs zur Tribschenstadt 1998 sei die Rettung des Mossdorf-Baus «verpennt» worden. Heublein: «Bei der Ausschreibung liess man offen, wie bei einer Überbauung mit dem Mossdorf-Gebäude umzugehen ist. Und nach dem Wettbewerbsverfahren zur Tribschenstadt 1998 wurde das Gebäude in Überbauungsplänen erst gar nicht mehr berücksichtigt.»

Die Unter-Schutzstellung des Gebäudes hätte nur die Eigentümerin, aktuell also die CSS Versicherung, beantragen können, so Heublein. Doch das lag der Versicherung fern. Auch der vorherigen Besitzerin, der in Luzern stark verankerten Eggstein Immobilien AG, war dies kein Anliegen. Das Gebäude wird voraussichtlich 2017 abgerissen.

Befristete Mietverträge

Aktuell sind in den Mossdorf-Gewerberäumen Ateliers, Vereine und Clubs eingemietet. Doch diese hätten schon lange vom Bauvorhaben gewusst, so CSS-Sprecherin Wettstein. Deshalb hätten die Mieter auch befristete Verträge gehabt. Diese laufen bis Ende März aus und werden nicht verlängert. Damit es nicht zu Härtefällen kommt, bietet die CSS Hand. So wird die Versicherung denen, die noch kein neues Atelier oder keinen neuen Lagerraum haben, Garagenboxen als Übergangslösung zur Verfügung stellen. Eine separate Lösung wurde für den Künstler Eric Studer gefunden, wie Wettstein sagt: «Für das Atelier wurde eine Sonderlösung gefunden. Bis zum Abriss des Gebäudes 2017 wurde der Vertrag verlängert.»