Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TRIBSCHENSTRASSE: CSS reicht Abbruchgesuch für umstrittenes Gebäude ein

Die CSS macht vorwärts mit ihren Plänen für ihr Neubauprojekt. Der Heimatschutz kündigt aber bereits eine Einsprache an. Die Rede ist von «jahrelangen Verzögerungen».
Das Gewerbegebäude neben dem CSS-Hauptsitz im Tribschenquartier soll abgerissen werden. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 17. März 2016))

Das Gewerbegebäude neben dem CSS-Hauptsitz im Tribschenquartier soll abgerissen werden. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 17. März 2016))

Die CSS-Versicherung hat ein Rückbaugesuch für das Gewerbegebäude an der Tribschenstrasse 51 eingereicht. Das teilte die CSS gestern mit. Das aus dem Jahr 1933 stammende Gebäude soll einem architektonisch hochwertigen Neubau weichen, heisst es. Damit will die Versicherung ihren direkt daneben gelegenen Hauptsitz erweitern.

Zur Erinnerung: Die kantonale Dienststelle Hochschulbildung und Kultur hatte im September 2017 entschieden, das Gebäude an der Tribschenstrasse 51 nicht unter Schutz zu stellen. Einem Abbruch steht aus Sicht der Denkmalpflege somit nichts mehr im Wege.

Büroräumlichkeiten für 500 Mitarbeiter

Ob es zum baldigen Abbruch des Gebäudes kommen wird, bleibt aber weiterhin offen. Der Innerschweizer Heimatschutz (IHS) wehrt sich seit Jahren gegen den Abriss. Er wird gegen das Rückbaugesuch der CSS Einsprache erheben. Das gab Rainer Heublein, Präsident des IHS, auf Anfrage bekannt. Eine Petition zur Rettung des Gebäudes läuft. Unterstützt wird diese auch von den Innerschweizer Sektionen folgender Institutionen: Bund Schweizer Architekten (BSA), Schweizer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), Schweizer Werkbund (SWB). Patrick Bisang, Präsident der SIA Zentralschweiz, sagte gestern: «Wir bedauern einen Abbruch des Gewerbegebäudes sehr und können diesen nicht unterstützen.» Das vom Architekten Carl Mossdorf (1901-1969) errichtete Gebäude sei «ein ausgesprochen wichtiger baukultureller Pionierbau der frühen Moderne in der Zentralschweiz und verkörpert in seiner ursprünglichen Form wichtige Grundsätze des Neuen Bauens in den 30er Jahren».

Die CSS will als nächstes einen Architekturwettbewerb ausschreiben. «Die Teilnehmer sollen einen Vorschlag ausarbeiten, der die Idee des CSS-Hauptsitzes aufnimmt und weiterentwickelt», sagt CSS-Mediensprecherin Christina Wettstein. Im Neubau sollen Büroräumlichkeiten für rund 500 Mitarbeiter, Schulungsräume und ein Personalrestaurant untergebracht werden. «Mit der Erweiterung sichert sich die CSS die notwendige Infrastruktur für zusätzliche Mitarbeiter, eine Folge des kontinuierlichen Wachstums der vergangenen Jahre.» Die CSS verspreche sich davon «eine Stärkung des Standorts in der Stadt Luzern – dieses Vorhaben wäre mit einem Erhalt des Gewerbegebäudes nicht zu realisieren».

Das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs soll frühestens Ende 2018 feststehen. Danach erfolgt die Baueingabe. Klar ist: Das Gebäude darf erst abgerissen werden, nachdem ein rechtskräftig bewilligtes Neubauprojekt vorliegt. Die CSS rechnet damit, frühestens Ende 2019 mit dem Bau beginnen zu können. Sollten Einsprachen erhoben werden, würde sich das Vorhaben verzögern. Dessen ist man sich auch bei der CSS bewusst. Würde man nach einem allfälligen Scheitern des Neubauprojekts bei der CSS sogar einen Rückzug aus Luzern erwägen? «So weit möchten wir jetzt nicht denken, wir hoffen auf das Einlenken der Verbände», sagt Wettstein.

Verband rät von Teilnahme am Wettbewerb ab

Ob die Verbände einlenken werden, ist höchst ungewiss. «Für den geplanten Abbruch und auch die bevorstehenden Bewilligungsverfahren nach einer Baueingabe ist zu erwarten, dass es aufgrund von Einsprachen aus der Fachwelt jahrelange Verzögerungen geben wird», sagt Patrick Bisang, Präsident des SIA Zentralschweiz. Dieser rate deshalb von einer Teilnahme am geplanten Wettbewerb ab: «Das Risiko ist gross, dass es aufgrund von Einsprachen bis auf Bundesebene Verzögerungen von mehreren Jahren geben wird. Im Extremfall kann ein geplantes Projekt komplett fallieren.»

Man habe mit der CSS mehrere Gespräche geführt und darauf hingewiesen, dass es für einen Neubau auch sehr gute Lösungen mit einer Integration des Gewerbegebäudes geben würde, sagt Bisang. Es sei bedauerlich, «dass die CSS die Bedeutung des Gewerbegebäudes und das Potenzial einer möglichen Integration in eine Neubebauung nicht erkannt hat und auch nicht in der notwendigen Auseinandersetzung und Tiefe untersucht hat».

Aktuell sind in den Mossdorf-Gewerberäumen Ateliers, Vereine und Clubs eingemietet.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Das Gewerbegebäude an der Tribschenstrasse 51 in Luzern nach der Fertigstellung 1933. (Bild: PD)

Das Gewerbegebäude an der Tribschenstrasse 51 in Luzern nach der Fertigstellung 1933. (Bild: PD)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.