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TRIENGEN: Jetzt sind die grünen Stangen reif – mit zwei Wochen Verspätung

Markus Gilli hat vor fünf Jahren mit dem Spargelanbau begonnen. Jetzt erntet der Bauer zum zweiten Mal die grünen Stangen – heuer mit Verzug. Schon morgen dürften die Spargeln allerdings wie Pilze aus dem Boden schiessen.
Yasmin Kunz
Bald bereit für den Verkauf: Landwirt Markus Gilli erntet derzeit grüne Spargeln. (Bild: Pius Amrein (Triengen, 3. Mai 2018))

Bald bereit für den Verkauf: Landwirt Markus Gilli erntet derzeit grüne Spargeln. (Bild: Pius Amrein (Triengen, 3. Mai 2018))

Rund 8 Grad ist es am Donnerstag am frühen Morgen in Triengen. Nieselregen legt sich über das Land, man fröstelt. Zwei Mitarbeiter und Bauer Markus Gilli (46) schneiden Spargeln. Gilli kann heuer erst zum zweiten Mal Spargeln ernten. Er ist sozusagen neu in diesem Geschäft.

Vor fünf Jahren hat er damit angefangen – drei Jahre dauert es allerdings, bis man die ersten grünen Stangen schneiden kann. «Das Gemüse braucht eine relativ lange Reifezeit. Ernten kann man erst, wenn die Pflanze ausgewachsen ist», erklärt Gilli, der mit seiner Frau und den zwei Söhnen in der vierten Generation den Hof führt. Sein Vater habe vor Jahren auch mal einen Versuch gestartet, dann die Produktion aber wieder eingestellt. Warum hat Gilli wieder angefangen? «Spargeln sind das erste Gemüse, welches im Frühling geerntet werden kann. Das will ich meinen Kunden anbieten können.» Letzte Saison hat er rund 1000 Kilo Spargeln geschnitten und verkauft – unter anderem im eigenen Hofladen und bei Detaillisten aus der Region.

Bis zu zehn Zentimeter pro Tag

Gestern dauert das Spargelschneiden nur eine Stunde. Viele Stangen sind noch zu kurz. «Wir schneiden sie erst, wenn sie mindestens 17 Zentimeter erreicht haben.» Letzte Woche, als das Thermometer über 25 Grad anzeigte, konnten deutlich mehr Spargeln geschnitten werden. «Bis zu 24 Kisten wurden voll, 30 bis 40 Kilo Spargeln pro Tag.» Scheint die Sonne und ist es warm, wachsen die Stangen bis zu zehn Zentimeter pro Tag. «Man kann förmlich zusehen, wie sie aus dem Boden schiessen», sagt Bauer Markus Gilli.

Im Sekundentakt bücken sich seine fleissigen Helfer, schneiden die genug langen Spargeln ab – das Messer dient zugleich als Messband – und legen sie sorgfältig in die Kiste. Damit ist die Arbeit aber noch nicht beendet. Die Stangen müssen noch nach Länge und Dicke sortiert, gewogen und gebündelt werden. Die Handarbeit rechtfertige daher auch den Preis, sind sich sowohl Gillis als auch die Helfer einig. «Wir nehmen die Spargeln viermal in die Hand, bevor sie im Regal zum Kauf bereitstehen», sagt der Bauer. Ein Pfund Spargeln kostet bei Gillis 9.50 Franken. Zum Vergleich: Für ein Kilo Spargeln aus Mexiko zahlt man hierzulande rund 8 Franken. «Kunden, die bei uns einkaufen, legen Wert auf regionale Produkte und zahlen dafür gerne etwas mehr als für Spargeln, die aus der Ferne hierher transportiert wurden.» Der Bauer ist bis dato zufrieden mit seiner Spargelernte. Er geht sogar davon aus, dass er in der aktuellen Saison deutlich mehr ernten werden könne als im Vorjahr. Er weist jedoch darauf hin, dass die Ernte wegen des Wetters heuer rund zwei Wochen in Verzug sei. «Das ist allerdings nicht schlimm. Im Vorjahr sind uns zwischendurch zwei Wochen ausgefallen, weil es nochmals frostig wurde und die Spargeln eingefroren sind.»

Gemäss Wetterbericht wird es am Wochenende wieder sonnig und warm. «Das heisst für uns: Es wird ein strenger Montag, weil die Spargeln über das Wochenende die Idealgrösse erreichen», so der Landwirt. Sein Spargelfeld misst rund 45 Aren.

«Spargeln sind ein sensibles Gemüse»

Markus Gilli setzte ausschliesslich auf grüne Spargeln. Warum? «Für weisse Spargeln haben wir im Luzernischen nicht die optimalen Bodenbedingungen. Sie brauchen zum guten Gedeihen einen eher sandigen Untergrund.» Hinzu kommt, dass weisse Spargeln bei der Ernte aufwendiger sind; sie müssen nämlich aus der Erde gestochen werden. Für die Spargelbauern geht die Saison genau am 20. Juni zu Ende. «Grundsätzlich wachsen Spargeln zwischen April und Oktober. Aber wie schon erwähnt: Spargeln sind ein sensibles Gemüse. Die Pflanze braucht Zeit, sich zu regenerieren und wieder neue Energie zu tanken für die kommende Saison.»

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

Im Sekundentakt bücken sich seine fleissigen Helfer, schneiden die genug langen Spargeln ab – das Messer dient zugleich als Messband (Bild: Pius Amrein (Triengen, 3. Mai 2018))

Im Sekundentakt bücken sich seine fleissigen Helfer, schneiden die genug langen Spargeln ab – das Messer dient zugleich als Messband (Bild: Pius Amrein (Triengen, 3. Mai 2018))

Die Stangen müssen nach Länge und Dicke sortiert, gewogen und gebündelt werden. (Bild: Pius Amrein (Triengen, 3. Mai 2018))

Die Stangen müssen nach Länge und Dicke sortiert, gewogen und gebündelt werden. (Bild: Pius Amrein (Triengen, 3. Mai 2018))

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