TRIENGEN: Kreuz: Vater geht vor Gericht

Die Gemeinde Triengen reagiert. In zwei Schulzimmern hängen Kreuze statt Kruzifixe. Der Vater, der die Kontroverse entfachte, ist damit nicht zufrieden.

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Ein Kruzifix. (Archivbild Neue LZ)

Ein Kruzifix. (Archivbild Neue LZ)

Die Gemeinde Triengen will der Debatte um zwei Kruzifixe in Schulzimmern ein Ende setzen. Deshalb hat sie diese in zwei Schulzimmern abgehängt und durch schlichte Steinkreuze ersetzt (Kreuz ohne Jesusfigur).

Ausgelöst wurde die Kontroverse durch einen Vater zweier Kinder, der Anstoss nahm an den Kruzifixen und verlangte, dass diese ersetzt werden. Er berief sich dabei auf ein Bundesgerichtsurteil von 1990, bei dem das höchste Schweizer Gericht zum Schluss gekommen war, dass Kruzifixe in Schulzimmern gegen die religiöse Neutralität verstossen.

Kreuze statt Kruzifixe – Gemeinde, Schulpflege und Schulleitung von Triengen nehmen die Änderung vor, nicht ohne einen Appell an den Vater zu richten: «Wir fordern den vom Vater verlangten Respekt auch der Mehrheit gegenüber», sagte Schulpflegepräsident Peter Häfeli am Mittwoch.

Doch der Vater der beiden Kinder denkt nicht daran, die Sache ruhen zu lassen. Er kündigte gestern an, dass er den Fall vor Gericht bringen wird. Er werde den Entscheid der Gemeinde ganz sicher nicht akzeptieren. «Das ist doch eine ganz grosse Heuchelei!», sagt er gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung.

Obwohl sich das Urteil des Bundesgerichts auf Kruzifixe bezieht, ist es laut Paul Richli, Staatsrechtsprofessor an der Universität Luzern, sehr wohl möglich, dass das Bundesgericht für Kreuze zum selben Schluss gelangt wäre. Es ist also nicht auszuschliessen, dass die Gemeinde Triengen vor Gericht unterliegt.

Harry Tresch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.