TRIENGEN: Kruzifix-Streit: Klagende Familie zieht weg

Der Streit um Kruzifixe in Trienger Schulzimmern eskaliert. Der Vater, der die Kontroverse entfachte, will die Schweiz mit seiner Familie umgehend verlassen.

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Um Kreuze und Kruzifixe wird wieder intensiv diskutiert. (Symbolbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Um Kreuze und Kruzifixe wird wieder intensiv diskutiert. (Symbolbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Laut einer Medienmitteilung der Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS) werde die Familie die Schweiz umgehend verlassen. Dies, nachdem die Familie am Donnerstagabend anonyme Morddrohungen im Briefkasten vorgefunden habe.

Die Freidenker seien «entsetzt über diese Hexenjagd im 21. Jahrhundert».

Der Vater von zwei Kindern im Primarschulalter ist deutscher Staatsangehöriger und Mitglied der Freidenker-Vereinigung.

Die Schule Triengen bestätigte am Freitagmorgen, dass die beiden Kinder von den Eltern «aus Sicherheitsgründen» kurzfristig abgemeldet wurden. Die Familie selbst konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

Der Vater hatte verlangt, dass die Kruzifixe in den Trienger Schulzimmern entfernt werden. Er berief sich dabei auf ein Bundesgerichtsurteil von 1990, bei dem das höchste Schweizer Gericht zum Schluss gekommen war, dass Kruzifixe in Schulzimmern gegen die religiöse Neutralität verstossen.

pd/bac