Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TRIENGEN: Kunstwerk geht in Flammen auf

Eugen Wüest hat über 100 Stunden in die Konstruktion seines Holzflugzeuges investiert. Morgen steckt er es in Brand – mit Erlaubnis.
Dieses Flugzeug wird am 1. August abgefackelt. Eugen Wüest (51) vor seiner nachgebauten B-17 auf dem Flugplatz Triengen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Dieses Flugzeug wird am 1. August abgefackelt. Eugen Wüest (51) vor seiner nachgebauten B-17 auf dem Flugplatz Triengen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Alexandra Hirsiger

Innert dreier Wochen entstand aus Tannenbrettern ein Fluggefährt des Typs B-17. Unverkennbar können Fliegerexperten die Holzanfertigung als den berühmten amerikanischen Bomber «Fliegende Festung» ausmachen. «Meine B-17 ist zwei Drittel so gross wie das Original», sagt Erbauer Eugen Wüest. In der Tat: Mit 18 Metern Spannweite, 14 Metern Rumpflänge und 4,5 Tonnen Gewicht kommt sie dem Original nahe. Dieses spannt seine Flügel über 31 Meter auf, ist knapp 23 Meter lang und wiegt 15 Tonnen.

Dass die B-17 des Landwirts einmal angezündet wird, war schon klar, bevor der Wilihofer überhaupt mit der Konstruktion begonnen hatte. Seit einigen Jahren nämlich versorgt der kreative Kopf die Trienger 1.-August-Feier mit Holzskulpturen, die am Nationalfeiertag in Flammen aufgehen. «Ich liebe es, zu werkeln, ich habe extra eine Werkstatt in meiner Scheune eingerichtet», sagt der 51-Jährige. Darin entstanden schon die Pyramiden von Gizeh mit Sphinx sowie ganze Burgen; nur, um nach mühsamer Arbeit in wenigen Minuten durch die Flammen vernichtet zu werden. Doch es ist genau das, was Wüest reizt: «Ich brauche Projekte wie diese. Dass es verbrannt wird, schafft Platz für Neues», fügt er an.

Vorhaben löst auch Bedauern aus

An Flugzeugen fasziniere ihn nebst der tatsächlichen Fliegerei vor allem das Mechanische, der technische Aufbau, und dies schon lange. In seinem Garten steht eine alte britische Venom, das Flugzeug diente einmal der Schweizer Luftwaffe. Und für nächstes Jahr ist die Fertigstellung einer originalen Jak-52 geplant. Wüest will das russische Militärflugzeug aus den 80ern dann auch fliegen. «Der Zusammenbau erfordert höchste Präzision. Ingenieure und Maschinenbauer werden mir dabei helfen.»

Ende Juni 2014 hat Eugen Wüest mit der imposanten Konstruktion begonnen. Geplant war, die B-17 ein Jahr lang auf dem Flughafen Triengen stehen zu lassen, und sie dann dieses Jahr abzubrennen. Und dieser Plan geht nun mit dem Feuer am 1. August auf. Auf einem drei Meter hohen Gerüst soll der Flieger zum Nationalfeiertag lichterloh brennen und ein letztes Mal in all seinem Glanz erstrahlen.

Heuer hätten ihn aber einzelne Trienger, die das Abfeuern des Fliegers bedauern, fast zur Änderung seiner Pläne gebracht. Gemäss Wüest haben sich einige Personen wiederholt gegen die Vernichtung des aussergewöhnlichen Konstrukts gewehrt. «Das sind teils Helfer, teils Nachbarn sowie Mitarbeiter des Flugplatzes und des Restaurants, die sich wünschen, die B-17 möge doch noch etwas länger auf dem Flughafen bleiben», sagt Wüest. Immer wieder höre er, dass es doch schade sei, diese Attraktion den Flammen zu überlassen.

Aber Wüest hat sich nicht umstimmen lassen. «Ich habe kein Problem damit, meine B-17 zu verbrennen. Ich habe sie extra für das 1.-August-Feuer angefertigt.»

Petrus macht nun doch mit

Wer hingegen wirklich Macht gehabt hätte, über Stattfinden oder nicht zu entscheiden, war das trockene Wetter der vergangenen Wochen. Anfang Woche sah es so aus, als ob die B-17 aufgrund der Brandgefahr erst nächstes Jahr zum Einsatz kommen würde. Doch Petrus war wohl gleichermassen auf das Spektakel gespannt und hat mit Regen die Situation entschärft. So entschieden die Behörden am Mittwoch, unter Einhaltung gewisser Vorschriften das Abbrennen von Feuer und Feuerwerk zu gestatten. Die B-17 darf also verbrannt werden.

HINWEIS

Die 1.-August-Feier auf dem Flughafen in Triengen beginnt um 19.15 Uhr. Die B-17 wird gegen 22 Uhr angezündet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.