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TRIENGEN: Sie feiern den 60. Hochzeitstag

Elsi (86) und Franz (84) Wirz feiern die diamantene Hochzeit. In den sechzig Ehejahren war ihnen etwas besonders wichtig: Nach Unstimmigkeiten sind sie nie schlafen gegangen, ohne sich zuvor zu versöhnen.
Ernesto Piazza
Elsi und Franz Wirz-Fischer – hier in ihrem Garten – feiern heute ihre diamantene Hochzeit. (Bild: Nadia Schärli (Triengen, 26. Juli 2017))

Elsi und Franz Wirz-Fischer – hier in ihrem Garten – feiern heute ihre diamantene Hochzeit. (Bild: Nadia Schärli (Triengen, 26. Juli 2017))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Noch können Elsi und Franz Wirz die Überraschung kaum glauben. Dass ihr heutiger 60. Hochzeitstag medial ein Thema werden sollte, «damit haben wir wirklich nicht gerechnet», sagt die 86-Jährige. Sie werden aber bestimmt ein wenig feiern, erklärt sie kurz vor dem Jubiläum, bevor dann am Sonntag im Kreise der Familie für die diamantene Hochzeit ein «Festli» steigen soll. Dann werden auch Sohn Stefan, die beiden Töchter Ursula und Irene sowie die vier Enkel dabei sein. Darauf freuen sie sich. «Unsere Kinder schauten in all den Jahren sehr gut zu uns», erzählt Franz Wirz (84). «Sie gaben uns Freiraum, waren aber stets da, wenn es notwendig war», pflichtet ihm seine Frau bei.

Ein Paar wurden die beiden beim Theaterspielen. Damals, als in der Surentaler Gemeinde noch Stücke wie «Wilhelm Tell» oder «Der Glöckner von Notre Dame» aufgeführt wurden. Da habe es «gefunkt», bestätigt Franz Wirz mit einem Nicken. Obwohl Elsi – die Ur-Triengerin mit ledigem Namen Fischer – und ihr im Hubel geborener Franz sich bereits von der Schulzeit kannten.

Sportliche Aktivitäten haben sie verbunden

Die beiden Jubilare sind mittlerweile nicht nur 60 Jahre verheiratet, sie blieben auch ihren Trienger Wurzeln stets treu. Gemeinsam bewohnen sie das Haus, das seinerzeit Elsis Vater gehörte. Franz Wirz wirkte während vieler Jahre im Turnverein mit, nahm an zahlreichen Wettkämpfen teil. Sportlich aktiv war auch die 86-Jährige. Sie gründete gar die Frauenriege. Heute ist sie Mitglied im rund 20-köpfigen Nostalgie-Chörli und schätzt dort die ­tolle Kameradschaft. Regelmässig wird geprobt, Auftritte gehören selbstverständlich auch dazu. Der Montagnachmittag ist bei ihr ebenfalls fest verplant. Da trifft sich ein Frauenquartett jeweils zum Coiffeur-Jass. Derweil für Ehemann Franz – speziell in der wärmeren Jahreszeit – praktisch kein Tag vergeht, ohne dass er sich mit Gartenarbeiten beschäftigt. «Das ist sein Metier», betont Elsi Wirz. Früher seien sie praktisch Selbstversorger gewesen. Heute ist es vor allem das Obst, das er noch pflegt. «Wenn sie mich sucht, dann bin ich bestimmt im Garten zu finden», erklärt Franz Wirz schmunzelnd. Und ein Glas Bier als Durstlöscher schätzt er bei dieser Beschäftigung alleweil. Reisen war früher für beide ein geliebtes Hobby. In Russland hätten sie sogar die erste Raumfähre der Sowjets bestaunt, sagt Elsi Wirz. «Fremde Kulturen ­haben uns immer fasziniert.»

Die Zeiten haben sich geändert, das wissen beide. Das Rad wollen sie deswegen nicht zurückdrehen. Dennoch ist Franz Wirz überzeugt: Früher sei der Zusammenhalt in der Gesellschaft besser, der Kontakt persönlicher gewesen. Wohl auch, weil oft ein Auto fehlte, was die Mobilität einschränkte. «Viel strenger war jedoch die Erziehung», erinnert sich Elsi Wirz. «Die Sitten wurden nicht so locker gelebt, wie das heute der Fall ist.» Damals sei es beispielsweise für Mädchen praktisch ein Tabuthema gewesen, ins nahe gelegene Schöftland, in den protestantischen Aargau, mit Kna­ben schwimmen zu gehen.

Grosskinder stehen hoch im Kurs

Ein eigentliches Erfolgsgeheimnis für so viele Ehejahre haben Elsi und Franz Wirz nicht. Es habe auch bei ihnen Hochs und Tiefs gegeben, sagt die 86-Jährige, die als sprachenversierte junge Frau viele Jahre bei der Trisa beschäftigt war. Ihren Ehemann, er arbeitete während 43 Jahren bei der gleichen Firma, bezeichnet sie als «stillen Geniesser». Aber auch als «Stehaufmännchen». Dies, weil er die eine oder andere Operation – etwa am Herzen – überstanden hat. «Dank ihr», sagt Franz Wirz, schaut seine Frau an und lächelt. Sie hätten einander gezogen, wobei sie die Aktivere gewesen sei.

Wenn es in der Beziehung mal Unstimmigkeiten gab, «sind wir nie ins Bett gegangen, ohne vorher Frieden zu schliessen», sagt Elsi Wirz. Und noch etwas war für beide wichtig: «Wir wollten möglichst erleben, wie die vier Grosskinder den Weg ins Leben finden.» Das hätten sie erreicht. «Dafür sind wir dankbar.» Deshalb sei ihnen auch nicht bange, vor dem, was jetzt noch kommt.

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