TRIENGEN: Turbulenzen im Wellnesshotel

Die Theatergesellschaft Triengen verschreibt sich für diese Saison dem leichten Geschehen: Ensemble und Publikum amüsieren sich mit dem träfen Schwank «Grand Malheur».

Hannes Bucher
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Bringen das Publikum zum Lachen: Putzfrau Elli (Barbara Barmet) und Jenny Stark (Edith Kaufmann). (Bild: Doris Steiger/PD)

Bringen das Publikum zum Lachen: Putzfrau Elli (Barbara Barmet) und Jenny Stark (Edith Kaufmann). (Bild: Doris Steiger/PD)

Hannes Bucher

kanton@luzernerzeitung.ch

In guter Erinnerung sind die letzten Inszenierungen der Theatergesellschaft Triengen «Iise-Max» in der Scheune in Kulmerau und «Einer flog über das Kuckucksnest» im Jahr 2015. «Jetzt hatten alle einmal Lust, etwas Heiteres, Unbeschwertes zu spielen», sagt Beat Erni, selber ein langjähriges Mitglied und aktuell Vizepräsident der Theatergesellschaft. Gesagt, getan. Aktuell bringt der Verein den Schwank «Grand Malheur» (Bernd Gombold in einer Mundartübersetzung von Hanspeter von Burg) auf die Bühne des Forums Triengen. Beat Erni hat das Stück selber überarbeitet und Regie geführt. Am Samstag war die erfolgreiche Premiere vor fast vollen Rängen.

Leichtfüssig und leichtzüngig

Mit dem Schwank wird diese Saison leichte Theaterkost serviert. Das «Grand Malheur», das im ­Titel des Stücks angekündigt wird, ist denn auch keineswegs etwa ein tragisches oder tief greifendes Unglück. Und wenn, dann allenfalls für den Direktor des ­noblen Wellness Hotels (Thomas Bühlmann), wo sich das Geschehen abspielt: Dieser wird nämlich am Schluss wegen diverser Ungereimtheiten in der Buchführung in Handschellen abgeführt, aber da leidet kaum jemand mit ihm. Ernstere Gefühle kommen im Stück nicht auf. Das ist auch nicht beabsichtigt. Vielmehr geht es um die Irrungen, Verwirrungen und Techtelmechtel zwischen den Gästen und Angestellten, die sich da im Hotel begegnen, einander in die Quere kommen, aber auch ausgiebig feiern und sich gegenseitig nachstellen. Turbulenzen zuhauf sind garantiert. Da wedelt etwa die unzimperliche Putzfrau Elli (Barbara Barmet) selbst den Gästen mit dem Stauwedel um die Ohren, wenn jemand ihr auf den feuchten Boden tritt; da massiert der attraktive Masseur Georg (Patrick Nagbe) ungeniert den Gästen auf Wunsch einen Hexenschuss in der Hotellobby weg, und der smarte Friseur (Herbert Bernet) drückt seine schmachtenden Gefühle für eben diesen Letztgenannten unverhohlen aus. All das und vieles Weitere an komischen Szenen kommt – ganz im Sinne des leichten Schwanks eben – leichtfüssig und leichtzüngig daher. Die Protagonisten bekunden allesamt viel Spiellust und Freude am komischen Geschehen, und das Publikum springt gern auf den heiteren Zug auf und amüsiert sich köstlich mit.

Regisseur Beat Erni ist sich zwar «anderes Theater gewöhnt», hat aber selber auch viel Gefallen am aktuellen Projekt. «Das Stück hat für viel heitere Grundstimmung in den Proben gesorgt, und entsprechend haben wir auch viel zusammen gelacht. Das tut auch gut.»

Leichter geweint, als gelacht

Edith Kaufmann, die als Jenny Stark «die gute Seele» im Wellness-Hotel spielt, freut sich über diese «eigentliche Wunschrolle». Die junge Frau hat schon auf vielen unterschiedlichen Bühnen gespielt. «Diesmal macht es besonders viel Spass», findet sie und windet gerade auch dem Regisseur ein grosses Kränzchen. Vereinspräsidentin Michaela Bühlmann, die selber aktiv auf der Bühne steht, resümiert: «Es ist leichter, jemanden zum Weinen als zum Lachen zu bringen.» Nun, Letzteres ist der Theatergesellschaft Triengen am Premierenwochenende ausgiebig gelungen. Der toll angelaufene Vorverkauf mit bereits 1000 verkauften Eintritten verspricht noch viele zusätzliche Lachsalven im Saal.

Hinweis

Weitere Aufführungen am 20., 22., 25., 27. und 28. Januar. Informationen und Online-Vorverkauf unter www.theater-triengen.ch