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TRIENGEN: Wie der Wein zum Schweizer Pass kommt

Fleisch-, Wein- und Sexskandale viel Rauch und Lärm und Katzenmusik. Am Umzug der Fröschezunft hauten die Fasnächtler mächtig auf die Pauke.
Florian Weingartner
Alt und Jung: eine wilde Gruppe am Umzug in Triengen. (Bild: Corinne Glanzmann)

Alt und Jung: eine wilde Gruppe am Umzug in Triengen. (Bild: Corinne Glanzmann)

An der Fasnacht werden die Unzulänglichkeiten der Menschheit gerne auf die Schippe genommen. Was in den vorangegangenen vier Jahreszeiten schieflief, präsentieren die Fasnachtsgruppen in der fünften Saison genüsslich dem Publikum am Strassenrand. Die Schlierbacher Roggenzunft befasste sich heuer mit der Herkunft von Schweizer Lebensmitteln. Zum einen reimten sie über die Walliser Weinpanscherei: «Üse Wi chond vom Osland diräkt usem Fass, zwe drü gschidi Handgreff, ond är hed de Schwizer Pass.» Zum anderen machten die Schlierbacher aus dem Bündner Fleischhersteller Carne Grischa «Carne Mischa». Das ausländische Fleisch, das oben in den grossen Fleischwolf gefüllt wird, verwandelt sich und kommt unten als Schweizer Fleisch wieder raus. Dazu der Spruch: «Üses Schwizer Fleisch hed e bsonderi Qualität, s hed nor mängisch e frömdi Identität.»

Im Jahresrückblick nicht fehlen durften die mehr oder weniger politischen Sexskandale. Seien es Geri Müllers Nackt­selfies, die Nacktbilder der Sekretärin aus dem Bundeshaus oder die jüngsten Annäherungen unter zwei Zuger Kantonsräten. Sie alle wurden mit vollem Körpereinsatz vom RTW Wilihof in Szene gesetzt. Das Bundeshaus tauften die Wilihöfler unter dem Motto «Lieber poppuliere aus politisiere» kurzerhand in «Bumshaus» um.

Auch regional gab es Aufreger. Der geplante Windpark in Kulmerau etwa. Darüber und über die Energiewende 2050 mokierten sich die Surentaler Windmacher. Auf ihrem Wagen hatte es sich ein älteres Ehepaar vor dem Fernseher bequem gemacht und trieb mit der Peitsche zwei Männer auf Hometrainern an, die den Strom dafür erzeugten. Denn, so die Botschaft, mit der Windkraft gehe der Saft aus.

Die vielen Sujetwagen vermochten die rund 6000 fröstelnden Zuschauer immer wieder zu erheitern. Zwischen ihnen und den mitreissenden Rhythmen der neun Guuggenmusigen sorgten zahlreiche Kleingruppen für Abwechslung. 37 Nummern waren am Umzug der Fröschezunft mit Zunftmeisterpaar René und Melanie Fede angekündigt. Mitgelaufen sind letztlich 45. Eine der wilden Gruppen, die Familie Feuerstein, verteilte Fondue über offenem Feuer. Der billige Jakob bot auf seinem Handkarren allerlei Gebrauchswaren von vor hundert Jahren. Und traditionellerweise erschreckten die drei Urgestalten Teufel, Bär und Wildmanndli nicht nur den bald endenden Winter, sondern auch die Kinder am Strassenrand.

Florian Weingartner

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