Trillerpfeifen für mehr Lohngerechtigkeit

Gegen 200 Frauen haben am Dienstag in Luzern für Lohngleichheit protestiert. «Wir wollen die Hälfte des Himmels», erklärten sie an dem Frauenstreik- und Aktionstag in der Luzerner Altstadt.

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Demonstration in Luzern für mehr Lohngerechtigkeit. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Demonstration in Luzern für mehr Lohngerechtigkeit. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Wie in anderen Städten der Schweiz, begann der Aktionstag punkt 14.06 Uhr mit einem «Anpfiff». Drei Dutzend Frauen (und Männer) bliesen auf dem Schwanenplatz aus Protest gegen Diskriminierungen der Frauen in der Arbeitswelt minutenlang in Trillerpfeifen.

Der Hauptanlass fand dann auf dem nahen Kapellplatz statt. Rund hundert Personen nahmen an den Festbänken Platz, um Musik und Reden zu hören, zu essen und zu trinken. Vorherrschend waren Kleidungen in den Frauenstreikfarben Lila, Fuchsia und Pink.

Die Luzerner SP-Kantonsrätin Silvana Beeler kritisierte, dass 30 Jahre nach der Schaffung des Gleichstellungsartikels in der Verfassung und 20 Jahre nach dem legendären Frauenstreik solche Anlässe noch immer nötig seien. Ins Zentrum ihrer Rede stellte sie dabei das Lohngefälle, das zwischen Mann und Frau herrscht.

Bild: Maria Schmid/Neue LZ
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Demonstration in Luzern für mehr Lohngerechtigkeit. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)
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«Wir Frauen helfen uns selbst»

Beeler sagte, viele Frauen führten keine Lohnklage, weil sie sich vor einer Kündigung oder Mobbing fürchteten. Sie hoffe, dass der Aktionstag ein Wendepunkt auf dem Weg zur Lohngleichheit bilden werde.

Beeler forderte die Frauen auf, sich nicht mit dem bislang Erreichten zufrieden zu geben und nicht wie im Märchen auf den Prinzen zu warten. «Wir Frauen helfen uns selbst», sagte sie.

Sie zeigte zwar Verständnis dafür, dass viele Frauen nicht am Aktionstag teilnehmen konnten. Viele glaubten aber auch, sie seien nicht betroffen. Diese Gleichgültigkeit könne sie nicht akzeptieren.

Die Trillerpfeifen kamen erneut im Demonstrationszug zum Einsatz. Gegen 200 Personen zogen, mit lila Ballons geschmückt, mal pfeifend, mal singend, durch die Stadt. «30 Jahre leere Worte. Gleiche Löhne jetzt», lautete ihre Forderung.

Rednerinnen erklärten, dass für die Gleichstellung von Mann und Frau zwar noch viel zu tun sei, dass aber auch schon viel erreicht worden sei. So würden heute häusliche Gewalt und sexuelle Belästigungen nicht mehr toleriert.

sda