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Neue Anlage leitet klares
Bergwasser in die Stadt Luzern

Auf dem Sonnenberg ist am Freitag eine neue Quellwasser-Aufbereitungsanlage vorgestellt worden. Diese könnte die Versorgung sogar bei einem Stromausfall aufrechterhalten.
Ines Häfliger
Zahlreiche Wasserleitungen: So sieht es im neuen Quellwasserwerk auf dem Sonnenberg aus. Bild: Pius Amrein (Luzern, 19. Oktober 2018)

Zahlreiche Wasserleitungen: So sieht es im neuen Quellwasserwerk auf dem Sonnenberg aus. Bild: Pius Amrein (Luzern, 19. Oktober 2018)

Ein lautes Rumoren erfüllt die Halle, ab und zu zischt es gewaltig. Nicht nur die Geräuschkulisse, auch das Optische beeindruckt. Der Raum strahlt in Blautönen, silberne Rohre und metallfarbige Behälter reflektieren das kühle Licht. Der Besucher wähnt sich beinahe in einer futuristischen Filmkulisse.

Doch die Realität sieht anders aus. Hier wird nicht etwa ein neuer Science-Fiction Film gedreht, sondern Trinkwasser aufbereitet. Gestern hat der städtische Energieversorger EWL (Energie Wasser Luzern) seine neue Quellwasseranlage vorgestellt. Diese befindet sich auf dem Areal des alten Quellwerkes zwischen Sonnenberg- und Gütschwald auf Stadtluzerner Boden – ganz in der Nähe des Restaurants Schwyzerhüsli. Das neue Werk soll den Quellwasseranteil an der Stadtluzerner Wasserversorgung im Jahresdurchschnitt auf 50 Prozent erhöhen. Eine massive Steigerung: 2017 stammten nur 12 Prozent aus den Quellwassergebieten im Eigenthal und Entlebuch.

Baukosten von 28 Millionen Franken

Der Neubau hat 28 Millionen Franken gekostet. Doch welchen Zweck hat die Erhöhung des Quellwasseranteils? Dieses Wasser ist im Gegensatz zum Seewasser nicht vom Menschen verschmutzt. Da es über Sedimente fliesst, ist es zudem sehr mineralienreich.

Das Quellwasserwerk Sonnenberg ist eröffnet; im Bild die Trinkwasseraufbereitungsanlage. Bild: Pius Amrein (Luzern, 19. Oktober 2018)

Das Quellwasserwerk Sonnenberg ist eröffnet; im Bild die Trinkwasseraufbereitungsanlage. Bild: Pius Amrein (Luzern, 19. Oktober 2018)

Das neue Sonnenberg-Quellwasserwerk ist gemäss EWL nachhaltig und energieeffizient. Von einem Schacht an der Krienser Zumhofstrasse aus gelangt das Wasser durch ein 995 Meter langes Stahlrohr unter den Sonnenberg durch zur Anlage – und das ganz ohne maschinelle Pumpleistung. Eine Höhendifferenz von 23 Metern bringt das Wasser automatisch zum Fliessen. Die Stadt Luzern könnte so auch bei einem Stromausfall mit Wasser versorgt werden.

«Wir haben ganz schön geschwitzt»

Was einfach klingt, war aber schwierig in der Umsetzung. Die Röhre wurde nicht etwa in einen Graben gelegt, sondern in einer Zwölf-Stundenaktion Stück für Stück in einen vorgefertigten Tunnel geschoben. «Wir haben ganz schön geschwitzt», erinnert sich Patrik Rust, Mitglied der EWL-Geschäftsleitung. Kein Wunder: Noch nie zuvor habe es eine solch grosse sogenannte Spülbohrung in der Schweiz gegeben. Teilweise liegt die Röhre bis zu 80 Meter unter der Erde.

Auch der Einsatz eines Keramikmembranfilters sei schweizweit einzigartig – «das Herzstück der neuen Anlage», wie der EWL-Geschäftsleitungsvorsitzende Stephan Marty betont. Zwar weist das Quellwasser keine Verschmutzungen aus der Zivilisation auf, doch frei von Verunreinigungen ist es nicht. Um es von Rückständen zu befreien, durchläuft das Wasser im neuen Sonnenberg-Quellwerk einen fünfstufigen Aufbereitungsprozess. Bei Schritt vier wird das Wasser mithilfe des erwähnten Keramikfilters gereinigt – eine Innovation aus Japan. Dank ihr könne auf die Zugabe von Chlor verzichtet werden.

Noch läuft das Wasser nur in einen Bach

Das Stadtluzerner Trinkwasser hätte einen angenehmen Härtegrad, sagt Stephan Marty. Das Quellwasser sei relativ weich, das Grundwasser hingegen eher hart. «Da wir die beiden Wasser zusammenmischen, ist die Mischung hervorragend.»

Marty ist also ein Fan des Luzerner Trinkwassers. Ob das neu aufbereitete Quellwasser auch den Luzernern schmecken wird? Noch fliesst es nicht in die Haushalte, sondern in einen Bach: Es herrscht Probebetrieb. In einem Monat soll es aber so weit sein. Derweil wagt Patrik Rust bereits einen Blick in die Zukunft: Er sei gespannt, wie lange das neue Quellwerk nun bestehen wird. Die Messlatte ist hoch: Das alte Quellwerk war 142 Jahre lang im Einsatz.

Was beinahe aussieht wie ein Schwimmbecken ist Bestandteil der neuen Trinkwasseraufbereitungsanlage. Bild: Pius Amrein (Luzern, 19. Oktober 2018)

Was beinahe aussieht wie ein Schwimmbecken ist Bestandteil der neuen Trinkwasseraufbereitungsanlage. Bild: Pius Amrein (Luzern, 19. Oktober 2018)

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