Trotz Depot-System: gleich viel Abfall wie 2010

170'000 Personen tummelten sich während der rüüdigen Zeit in der Stadt Luzern. Eine erste Bilanz zeigt: Die Abfallmenge blieb trotz umstrittenem Depot-System und Verpflegungszonen unverändert.

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Getränke werden gegen zwei Franken Depot abgegeben. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Getränke werden gegen zwei Franken Depot abgegeben. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die drei Umzüge vom Schmutzigen Donnerstag (25'000 Zuschauer), Güdismontag (38'000) und vom Dienstagabend (35'000) lockten etwas mehr Personen an als 2010. Insgesamt wurde die Stadt aber trotz schönem Wetter weniger stark von den Fasnächtlern (-11'000 gegenüber dem Vorjahr) in Beschlag genommen als im Vorjahr.

Gleich geblieben ist die Arbeit für die Strassenwischer und Müllentsorger. Der Aufwand der Reinigungsorgane habe sich nicht spürbar verringert, schreibt die Stadt in einer Medienmitteilung. Die Stadt hatte sich zum Ziel gesetzt, die fasnächtliche Abfallmenge zu reduzieren. Sie schuf deshalb Verpflegungszonen: Getränke in Bechern und Pet-Flaschen wurden dort nur gegen zwei Franken Depot abgegeben.

Hat sich das umstrittene Depot-System gelohnt?

Ob sich das im Voraus stark kritisierte Depotsystem bewährt hat, und die Fasnächtler Teller und Becher an die Stände zurückbrachten, konnte die Stadt am Aschermittwoch noch nicht beurteilen. Ebenso offen bleibt, wohin das Geld fliesst, das die Fasnächtler wegen langen Warteschlangen an den Depot-Ausgabe liegen gelassen haben. Die Detailauswertung folge in den nächsten Wochen.

Rund zwei Drittel des gesamten Mülls wurden über die für die Fasnacht aufgestellten grossen «Dräksak» entsorgt. Klar ist für die Behörden, dass der grösste Teil der Verschmutzung auf die wilden, nicht ins Depotsystem eingebundenen Anbieter zurückging. Die Verpflegungszonen wurden vor allem am Rande der Altstadt platziert. Damit sollte die Sicherheit in den engen Gassen erhöht werden. Dies habe sich bewährt, schreibt die Stadt.

Ungeliebte Brückensperrung

Eine weitere Sicherheitsmassnahme war, dass bei grossem Andrang der Rathaussteg Richtung Altstadt gesperrt wurde. Das Einbahnregime galt während total sechs Stunden. Gemäss Stadt reagierten die Fasnächtler mehrheitlich mit Unverständnis auf die Sperrungen.

Die Luzerner Polizei registrierte nach eigenen Angaben während der Fasnacht weniger Betrunkene und weniger Gewalttaten als 2010. Insgesamt mussten 20 Betrunkene von der Ambulanz betreut werden. Total hatte der Rettungsdienst 40 Einsätze.

Grössere Schlägereien konnte die Polizei dank ihrer Deeskalationsstrategie im Keime ersticken. Unterwegs waren nicht nur Fasnächtler, sondern auch Taschendiebe. Bei einem 26-jährigen Tunesier fand die Polizei nicht weniger als sechs gestohlene Mobiltelefone, einen entwendeten MP3-Player sowie ein fremdes Portemonnaie.

sda/rem

Ihre Erfahrung mit dem Depot-System?

Wie haben Sie die Fasnacht 2011 erlebt? Welche Erfahrungen haben Sie mit dem 2-Franken-Depot-System gemacht? Hat Sie die Sperrung des Rathaussteges geärgert? Die Diskussion ist eröffnet. Geben Sie gleich unten Ihren Kommentar ab. Auch die Stadt Luzern will die Meinung der Fasnächtler wissen: Dazu läuft eine Online-Umfrage.