Kommentar

Trotz des Neins der Stadt Luzern zur Reussportbrücke besteht Hoffnung auf eine wichtige Annäherung mit dem Kanton

Die Erarbeitung eines neuen Mobilitätskonzept ist eine Chance, einen gemeinsamen Nenner in der Verkehrspolitik zu finden.

Stefan Dähler
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Wie die Spange Nord lehnt der Luzerner Stadtrat auch das abgespeckte Nachfolgeprojekt einer Reussportbrücke ab. Das kommt nicht überraschend. Nachdem die Stadtregierung bei der Spange mit den Eingriffen in die Quartiere argumentierte, hätte sie mit einem Umschwenken die von der Reussportbrücke betroffenen Bewohner vor den Kopf gestossen. Der Widerstand gegen das Projekt kommt auch längst nicht mehr nur von linker, sondern auch von bürgerlicher Seite.

Damit scheint der Streit um das Strassenprojekt zwischen Kanton und Stadt Luzern einen weiteren Höhepunkt zu erreichen. Doch es gibt Hoffnung auf Annäherung. So will der Kanton nun mit der Stadt und weiteren Partnern ein Mobilitätskonzept erarbeiten. Das konkrete Strassenprojekt gerät vorerst in den Hintergrund und damit aus der Schusslinie. Das ist ein geschickter Schachzug. Die Diskussion um die Spange Nord beziehungsweise die Reussportbrücke war festgefahren und das Projekt angreifbar. Die Planung basierte auf alten Verkehrszahlen, die betroffene Bevölkerung wurde viel zu spät informiert.

Seit Fabian Peter (FDP) das kantonale Baudepartement übernommen hat, weht jedoch ein anderer Wind. Er ist bereit, neue Wege zu gehen. Das nun gewählte Vorgehen erinnert an die städtische Carparking-Diskussion: Man lässt die umstrittenen Bauprojekte ruhen, geht einen Schritt zurück und versucht, eine breiter abgestützte Strategie als Grundlage zu entwickeln. Unterschiedliche Standpunkte verschwinden dadurch zwar nicht wie von Zauberhand. Doch nur so besteht die Chance, wieder einen gemeinsamen verkehrspolitischen Nenner zu finden. Dafür braucht es dann aber nicht nur ein Entgegenkommen des Kantons, sondern auch der Stadt.

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