Trotz Kritik: Stadt Luzern zahlt 2,5 Millionen für mehr Artenvielfalt

Die Stadt Luzern will die Biodiversität mit verschiedenen Massnahmen stärker fördern. Für dieses Ziel gibt sie in den nächsten sechs Jahren 2,5 Millionen Franken aus. Zusätzliche Bauvorschriften soll es aber nicht geben - dafür haben Bürgerliche und GLP im Parlament gesorgt.

Robert Knobel
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Die städtischen Grünräume sollen ökologischer und vielfältiger werden. Im Bild die Eröffnung des Landschaftsparks Friedental. Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 24. Juni 2018)

Die städtischen Grünräume sollen ökologischer und vielfältiger werden. Im Bild die Eröffnung des Landschaftsparks Friedental. Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 24. Juni 2018)

Für mehr Natur und Ökologie im Siedlungsraum wollte der Luzerner Stadtrat in den nächsten Jahren 2,5 Millionen Franken ausgeben. Der Bericht und Antrag «Biodiversitätsförderung Stadt Luzern», der am Donnerstag im Stadtparlament behandelt wurde, sieht unter anderem vor, die Artenvielfalt auf vorhandenen Grünflächen noch konsequenter als bisher zu fördern. Diese Ziele sollen auch in die Baubewilligungsverfahren einfliessen. Genau dies sorgte bei den Bürgerlichen für Kritik. Es brauche keine weiteren Vorschriften für Bauprojekte. Auch die vorgesehene Schaffung einer 100-Prozent-Stelle für Biodiversität wurde kritisiert, genauso wie der Plan des Stadtrats, bei Bedarf Grundstücke zu kaufen, um die Ziele der Artenvielfalt besser umsetzen zu können. Entschieden hat das Stadtparlament unter anderem folgendes:

  • Landkäufe zur Förderung der Biodiversität bleiben weiterhin eine Option.
  • Auf zusätzliche Bauvorschriften wird hingegen verzichtet. Das entschied die Bürgerlich-GLP-Mehrheit.
  • Nicht nur bei der Umgebungsgestaltung, sondern auch bei den Gebäuden selber soll auf die Förderung der Artenvielfalt geachtet werden. So kann zum Beispiel bei der Erstellung einer neuen Glaswand eine «vogelfreundliche» Umsetzung verlangt werden. 
  • Die Kosten von 2,5 Millionen Franken, verteilt auf sechs Jahre, bleiben unverändert. Ein Antrag auf eine Senkung auf 1 Million Franken wurde knapp abgelehnt.