Appell des Luzerner Fischereiverbandes: «Wasser abpumpen ohne Bewilligung ist gesetzeswidrig»

Nach einer langen Trockenperiode herrscht in den Luzerner Gewässern Wassermangel. Um eine Verschlimmerung vorzubeugen, appelliert der Fischereiverband an die Bevölkerung, dass das Abpumpen von Wasser ohne Bewilligung widerrechtlich sei.

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Wasser aus Luzerner Bächen und Flüssen darf nur mit einer entsprechenden kantonalen Bewilligung abgepumpt werden.

Wasser aus Luzerner Bächen und Flüssen darf nur mit einer entsprechenden kantonalen Bewilligung abgepumpt werden. 

Bild: PD (10. April 2020)

(stp/lf) Zu Wochenbeginn hat es nach einer langen Trockenzeit wieder geregnet. Dennoch dürfte der Niederschlag nicht ausreichen, um die Dürreperiode der vergangenen Woche auszugleichen. Wie der Fischereiverband Kanton Luzern (FKL) am Mittwochmorgen mitteilte, brauche es «eine enorme Menge an Niederschlägen, um den Rückschlag nur einigermassen aufzuholen».

Deshalb rechnet der Fischereiverband weiterhin mit trockenen Böden und dem Abpumpen von Wasser aus Bächen und Flüssen. Dies sei jedoch problematisch, sagt FKL-Präsident Markus Fischer: «Weil Wasserentnahmen das Ökosystem schädigen und darum illegal sind, geht das nicht.»

Wer Wasser abpumpen will, braucht eine Erlaubnis

Wasserentnahmen aus Bächen und Flüssen sind gemäss Mitteilung nämlich grundsätzlich bewilligungspflichtig. Ausser bei begründeten Ausnahmen, darf Wasser somit nicht einfach abgepumpt werden. Wer es trotzdem tut, riskiert eine Busse von bis zu 50000 Franken. Zuständig für die Erteilung der Bewilligungen ist die Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern. Diese bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass aktuell rund ein Dutzend Bewilligungen für Wasserentnahmen zugunsten der landwirtschaftlichen Bewässerung ausgestellt sind. Meldungen zu unbewilligten Wasserentnahmen lägen zurzeit keine vor. 

Auch Fischer weiss von nichts, wie er mehrfach betont. «Ich habe zwar schon einige Male beobachtet, wie Bauern Wasser abgepumpt haben, aber ob sie im Besitz einer Bewilligung waren oder nicht, weiss ich nicht.» Er habe auch nie nachgefragt, schliesslich wolle er nicht «Polizei spielen». Viel mehr wolle er die Leute sensibilisieren. «Viele wissen nicht, dass es eine Bewilligung braucht. Darum wollen wir die Leute vorsorglich darauf aufmerksam machen», erklärt Fischer.

«Mit offenen Augen die Natur geniessen»

Denn unkontrollierte Wasserentnahmen würden die knappen Wasserbestände aufgrund der langen Trockenperiode noch verschlimmern. Die Folgen wären laut Fischer verheerend:  «Ohne Wasser keine Fische und überhaupt keine Lebewesen. Wenn schon die Natur zu wenig Regen schickt, ist die zusätzliche Entnahme dieses Lebenselixiers für die Natur schlicht und einfach tödlich.» Nicht nur Fische, sondern insbesondere Kleinlebewesen würden dann sterben.

Darum bittet der Verband die Bevölkerung, die Fischer und die Fischpächter darum, «mit offenen Augen die Natur zu geniessen». Dies bedeutet: Drohen Gewässer natürlicherweise oder wegen Wasserentnahmen auszutrocknen, sollen Beobachter unverzüglich die Umweltpolizei unter der Telefonnummer 117 anrufen. Somit können die Behörden die entsprechenden Massnahmen treffen.

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