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TUNNELIDEE: Initiative fordert Überdachung der Kantonsstrasse durch Ebikon

Ein Komitee sammelt ab sofort Unterschriften für die Gemeindeinitiative «Ebikon lebt». Diese fordert ein attraktives Dorfzentrum, bei dem die vierspurige Kantonsstrasse überdacht werden soll.
Roman Hodel
Die Initianten wollen die Kantonsstrasse zugunsten einer Flanierzone (beige) leicht versetzen und überdachen. (Bild: Visualisierung: Komitee «Ebikon lebt»)

Die Initianten wollen die Kantonsstrasse zugunsten einer Flanierzone (beige) leicht versetzen und überdachen. (Bild: Visualisierung: Komitee «Ebikon lebt»)

Die Idee, die vierspurige Kantonsstrasse im Zentrum von Ebikon quasi verschwinden zu lassen, existiert seit eineinhalb Jahren. Sie stammt vom Ebikoner Architekten Roland Huwiler. Der Gemeinderat hat dazu erst kürzlich zwei Offerten für eine Machbarkeitsstudie eingeholt. Über deren Inhalt ist zwar noch nichts bekannt. Für Huwiler steht aber jetzt schon fest: «Geht nicht, gibt’s nicht.» Das sagte er gestern an einer Medienkonferenz.

Denn um dem Gemeinderat in dieser Angelegenheit Schub zu geben, sammelt er als Mitglied des Co-Präsidiums des Komitees «Ebikon lebt» ab sofort Unterschriften für die gleichnamige Gemeindeinitiative. Diese fordert eine «attraktive Zentrumsgestaltung mit Überdachung der Kantonsstrasse». 300 Unterschriften sind bis am 3. April nötig. «Wir rechnen mit einem Vielfachen davon und wollen so ein deutliches Zeichen setzen für dieses Leuchtturm-Projekt», sagte Alex Fischer, Vorsitzender des Co-Präsidiums und Mitglied der Ebikoner CVP-Parteileitung.

Überdachung für rund 20 Millionen

Bei Huwiler Variante würde die Kantonsstrasse zwischen der Abzweigung Schlösslihalde und der Sonnen-Kreuzung auf einer Länge von 275 Metern leicht versetzt Richtung Dorfstrasse/Kirche und dann überdacht. Über dem «Tunnel» und auf einem Teil der heutigen Strasse gäbe es Platz für neue Wohnbauten – die Parzellen gehören bereits der Gemeinde. Die heutigen Fahrspuren Richtung Zürich würden zur Tempo-20-Begegnungszone. «Hier wäre wieder ein richtiges Dorfleben möglich», sagte Huwiler und fügte an: «Ich werde das vielleicht nicht mehr erleben, aber meine Kinder und Grosskinder sollen dereinst nicht mehr erklären müssen, wieso sie – überspitzt gesagt – in diesem Kaff wohnen.» Das Initiativkomitee rechnet mit rund 20 Millionen Franken Kosten, wobei die Gemeinde ihren Anteil der Kosten mit dem Verkauf ihrer Parzellen mitfinanzieren soll. Als Vergleich dienen dem Komitee Überdachungen, wie sie über der Autobahn A3 in Altendorf (SZ) oder der A1 in Neuenhof (AG) bestehen.

Nur: Der Ebikoner Gemeinderat hat im Zentrum eigentlich anderes vor. Laut seinem Masterplan soll die Kantonsstrasse auf zwei Spuren verschmälert werden und dafür ein Boulevard entstehen. Huwilers Idee bezeichnete er bislang als Option. Die Initianten möchten jedoch, dass diese «prioritär» behandelt wird. Man habe generell den Eindruck, der Gemeinderat lasse sich gar viel Zeit. Und nicht zuletzt sei es auch wichtig, dass sich die Bevölkerung dank der Initiative überhaupt zu der Überdachung äussern kann. Denn in Ebikon gibt es weder eine Gemeindeversammlung noch ein Parlament.

Gemeinde steht bereits mit dem Kanton in Kontakt

Den Trödelvorwurf weist der zuständige Gemeinderat Hans Peter Bienz (parteilos) auf Anfrage zurück: «Wir fanden die Idee von Anfang an prüfenswert – aber es braucht Zeit, besonders für den politischen Prozess innerhalb der Gemeinde und auch beim Kanton.» Die beiden Offerten für eine Machbarkeitsstudie seien eingetroffen und würden nun geprüft. Er rechnet im Oktober mit dem Vergabeantrag zu Handen des Gemeinderats. Ein Fragezeichen setzt er hinter die Kosten: «Wir haben aufgrund von Gesprächen mit dem Kanton zu anderen ähnlichen Verkehrsprojekten die Information, dass die rund 20 Millionen für eine Einhausung eher sportlich sind.» Bei über 25 Millionen käme es zu einer kantonalen Abstimmung. «Dann dürfte es schwierig werden, weil die Einhausung keinen Mehrwert für den gesamten Kanton darstellt und auch anders ausgestaltet werden könnte», so Hans Peter Bienz.

Das letzte Wort hat ohnehin der Kanton, der schon länger eine Umgestaltung plant und dafür im Bauprogramm zwölf Millionen Franken vorgesehen hat. Bei ihm hat der Gemeinderat laut Bienz die Überdachungs-Variante eingebracht: «Sollte der Kanton das Projekt grundsätzlich als prüfenswert erachten, werden wir die weiteren Schritte planen, etwa die Koordination mit dem kantonalen Bauprogramm oder die Vergabe der Machbarkeitsstudie.

Das ist ganz im Sinne der Initianten – trotzdem sammeln sie Unterschriften. Urs Märchy, Mitglied des Co-Präsidiums von «Ebikon lebt», sagte gestern: «Wenn ganz Ebikon den Aufstand probt und eine Überdeckung favorisiert, kann der Kanton nicht einfach wegschauen.»

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

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