TV-SHOW: Diese Luzerner Brassband will ihre Gegner wegblasen

Die beste Jugend­musik im Kanton Luzern kämpft im Fernsehen um Ruhm und Ehre. Und tritt gegen Klischees an.

Christian Hodel
Drucken
Die BML Talents, die Nachwuchsformation der Bürgermusik Luzern, in Montreux am Schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb 2012. (Bild: PD)

Die BML Talents, die Nachwuchsformation der Bürgermusik Luzern, in Montreux am Schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb 2012. (Bild: PD)

Es ist ein weiterer Höhepunkt des Vereins: Die BML Talents, seit 2007 die Nachwuchsformation der Brass Band Bürgermusik Luzern, kann als einzige Luzerner Band in der Fernsehshow «Kampf der Orchester – wir blasen euch weg» des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) mitmachen. Gesamthaft kämpfen acht Blasmusiken ab dem 16. November in drei Liveshows um den Sieg. «Wir freuen uns auf das Abenteuer Fernsehen», sagt Patrick Ottiger, Dirigent der BML Talents.

Schweizer Meister in Montreux

Ihr Können haben die 35 Musiker zwischen 14 und 23 Jahren schon mehrfach gezeigt. So gewann die Band im Mai das Kantonale Jugendmusikfest, im vergangenen Jahr das Eidgenössische Musikfest und 2010 wurde sie am Brass-Band-Wettbewerb in Montreux Schweizer Meister in der 2. Stärkeklasse. «In den letzten vier Jahren ist eine Generation herangewachsen, die musikalisch noch einiges erreichen will.» Doch eine Fernsehshow lebt auch vom Bild – was bietet die Band optisch? «Eine Choreografie einzustudieren, wird für uns eine neue Erfahrung», sagt Céline Hunkeler (21), Cornetistin und Managerin der BML Talents. Für die anstehenden Proben wurde darum im Südpol in Luzern ein grösseres Probelokal gemietet. Hunkeler ist überzeugt: «Wir werden dem Publikum eine super Show präsentieren.» Für die Fernsehsendungen muss die Band vier Stücke einstudieren. Dies in Absprache mit dem Luzerner Musiker Christoph Walter, der die musikalische Leitung der Sendung innehat.

In jeder der Shows präsentieren die Bands ein Stück – in der Finalsendung vom 29. November sind es zwei. In jeder Sendung wird eine gewisse Anzahl Bands ausscheiden. «Der genaue Modus ist zur Zeit noch in Entwicklung. Klar ist, dass die Formationen mit ihren Auftritten die Fernsehzuschauer überzeugen müssen», sagt Sven Sarbach, Bereichsleiter Show und Events bei SRF. «Die Besten qualifizieren sich für die Finalsendung.» Allein das Publikum zu Hause bestimmt per Abstimmung den Sieger. Zudem werden die Bands zusammen mit einer prominenten Persönlichkeit auf der Bühne stehen. Mit welchen, wird Anfang September bekannt gegeben, wie das SRF mitteilt.

Band will sich nicht verbiegen

«Anders als an anderen Wettbewerben geht es hier in erster Linie nicht um den Sieg», sagt Ottiger. Er wolle mit seiner Band zeigen, dass der Nachwuchs in der Blasmusik durchaus vorhanden ist. «Auch treten wir gegen veraltete Klischees der Blasmusik an.» Er werde innerhalb der Vorgaben von SRF bestrebt sein, keine Marchingband aus seiner Formation zu machen. «Meine Band ist jung, hat Charme, hohe musikalische Qualität und zeigt die Vielfalt der Brassband-Literatur.» Dieser Charakter der BML Talents solle auf jeden Fall erhalten bleiben.

Verband ist stolz auf Nachwuchs

Stolz über die Luzerner Beteiligung ist Daniel Elmiger, Präsident des Luzerner Kantonal-Blasmusikverbands. «Die Band wird das Publikum mit ihrer Jugendlichkeit und Frische in den Bann reissen», ist er überzeugt. Das Fernsehformat sei eine Chance, ein junges Publikum anzusprechen. Und Martin Donzé, Präsident der Brass Band Bürgermusik Luzern, sagt: «Die Chance, unsere Musik einem breiten Publikum zu präsentieren, ist einmalig.» Dennoch habe die Band lange überlegt, sich für das Projekt zu bewerben. «Zur gleichen Zeit wie die Finalsendung findet mit dem Schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb in Montreux der wohl wichtigste Event in der Brassband-Szene statt.» Für die A-Formation, die Bürgermusik Luzern, gelte es, den Titel zu verteidigen. «Und die Nachwuchsformation wird dann hoffentlich in der Finalsendung begeistern.»

Durchgesetzt haben sich die Luzerner in der Vorausscheidung gegen über 20 Formationen. Eine Jury von Blasmusikexperten, Choreografen und Mitgliedern der TV-Redaktion haben die Auftritte beurteilt. Neben den BML Talents hat sich mit der Swiss Powerbrass aus Nidwalden eine zweite Formation aus der Zentralschweiz für die Livesendungen qualifiziert. Die Band mit 55 Mitgliedern ist aus einer Guggenmusig heraus entstanden und will laut Sandra Chiecchi, Vorstandsmitglied, unter anderem mit Lautstärke überzeugen. «Bei den Vorausscheidungen waren wir mit 107 Dezibel die lauteste Band.»

Hinweis

«Kampf der Orchester»: Die Sendungen werden am 16., 22., 29. November live aus der Bodensee-Arena in Kreuzlingen ausgestrahlt. Tickets gibt es ab Herbst über www.srf.ch/kampfderorchester.