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U20-Kolumne: Die verflixte Sieben!

Schülerin Anna Dähler (16) der Kantonsschule Sursee über ein herausforderndes Handballspiel mit überraschender Einlage.
Anna Dähler (Bild: PD)

Anna Dähler (Bild: PD)

Kängurus springen neun Meter weit. Geparden springen acht Meter in einem Satz. Menschen schaffen es immerhin, sieben Meter weit zu springen. Mich bringen sieben einfache Meter völlig zum Schwitzen. Penalty, nur sieben Meter bis zum Tor und ich soll schiessen! Ein Handballspiel wie ich es schon so oft gespielt habe. Mir rinnt der Schweiss in den Nacken, meine Hände sind ganz feucht. Meine Beine beginnen zu zittern. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Ich spüre die hohen Erwartungen und bekomme Angst. Was, wenn ich das Tor nicht treffe? Ich kann das nicht. Die sieben Meter werden plötzlich zu zehn Metern. Wie soll ich diese Kiste nur treffen?

Der Pfiff ertönt. Ich hole aus, ziele auf das Tor – daneben! Habe ich wirklich danebengeschossen? Das Raunen in der Halle bestätigt das in mir aufkommende ungute Gefühl. Nicht getroffen! Keine Ecke, in die ich mich verdrücken könnte, so ein blöder Fehler. Am liebsten würde ich jetzt aus der Halle laufen und nie mehr Handball spielen. Das Spiel geht jedoch weiter. Aufstehen, Krone richten und weitermachen. Ein Gegenstoss, ich erkämpfe den Ball, tripple nach vorn, links, rechts, Schuss. Hoffentlich habe ich es dieses Mal geschafft.

Die Zuschauer klatschen – zum Glück – und lachen. Getroffen? Ich schaue ungläubig auf die Anzeige: Tor? Nein. Jetzt zieht jedoch auch über mein Gesicht ein Lachen. Volltreffer. In den Basketballkorb und nicht in das Tor. Und das aus zehn Metern Entfernung. Vergessen ist der Fehlwurf. Meine Stimmung hebt sich merklich. Weiter geht das Spiel, voller Einsatz bis zum Schluss, nicht aufgeben. Das ist es, was zählt. Was ist denn schon ein verschossener Siebenmeter.

In der Kolumne «U20» äussern sich Schüler der Kanti Sursee zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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