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Kolumne

U20-Kolumne: Gedanken einer Laborratte

Kim Meier, 15, Fachmittelschülerin an der Kanti Sursee, versetzt sich in der Kolumne in die Lage einer Laborratte.
Kim Meier
Kim Meier (Bild: PD)

Kim Meier (Bild: PD)

Ich betrete ein Kosmetikgeschäft, kaufe ein Shampoo und frage mich, wie man wissen will, ob es hält, was es verspricht, bevor man es überhaupt ausprobiert hat. Sind wir doch ehrlich: Wer ist schon bereit, ein neues Produkt zu testen?

Tierversuche. Tiere, die Tag und Nacht eingesperrt sind in einem dunklen, viel zu kleinen Käfig mit Gitterstäben, quietschen aus Panik oder sitzen erschöpft da. Wie sich das für eine Laborratte wohl anfühlen muss?

Vielleicht so: Montagmorgen, 10:06: «Ich habe Angst vor dem morgigen Tag, Angst vor dem Leiden, vor dem Tod. Kommt einer dieser Riesen auf mich zu und zerrt mich aus diesem Gefängnis, um mich auf der grossen, silbernen Fläche wieder abzusetzen? Oder entscheidet er sich für ein anderes unschuldiges Tier?»

Dienstagmorgen, 7:28 Uhr: «Es wird plötzlich hell. Ein Forscher betritt den verschlossenen Raum, er trägt einen weissen Umhang, desinfiziert kurz seine Hände und zieht dann weisse Gummihandschuhe an. Er bereitet alles vor, die Werkzeuge und die Substanzen, die gleich an mir und den anderen getestet werden sollen. Als er fertig ist, holt er nicht mich, sondern eine andere kleine Maus aus ihrem Käfig und platziert sie lieblos auf dem Tisch. Der Gedanke, wie sie sich fühlt, durchquert seinen Kopf wohl kein einziges Mal.»

Tierversuche. Tiere werden dafür genutzt, uns Egoisten die Forschung zu erleichtern, obwohl uns klar ist, dass sie darunter leiden. Ich stehe noch immer im Kosmetikgeschäft, ich entscheide mich für eine Körpercreme und gehe an die Kasse. Für meinen Einkauf bekomme ich einen Stoffbeutel. Auf diesem steht: «Fighting animal testing».

Hinweis: In der Kolumne «U20» äussern sich Schüler der Kanti Sursee zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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