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U20-Kolumne: Ich habe heute kein Foto für dich

Joana Tinner, 16, Kantischülerin, über Schönheitsideale, die permanente Beeinflussung von TV-Shows und Werbung – und das Vorbild Grossverteiler.
Joana Tinner
Joana Tinner. (Bild: PD)

Joana Tinner. (Bild: PD)

Es ist ein gewöhnlicher Donnerstagabend. Im Fernsehen läuft die neuste Folge von «Germany’s next Topmodel». Ein Sendeformat, in dem gertenschlanke Mädchen um die Gunst von Heidi Klum buhlen, durchzogen von einem Werbespot nach dem anderen. Junge Mädchen, die sich Tag für Tag abrackern, nur um dann am Ende der Woche ein Foto zu bekommen. Ein eigentlich völlig unnötiges Format, das mir im Endeffekt verdeutlicht, dass ich kilometerlange Beine und einen ultraflachen Bauch haben muss, um im Leben erfolgreich zu sein.

Und kaum logge ich mich bei einer Social-Media-Plattform ein, geht der ganze Zirkus auch schon weiter. Der Reihe nach werden mir die neusten Produkte angepriesen, die man um alles in der Welt besitzen muss. Abnehm-Wundermittel, Cremes für reine Haut und allerlei andere Kuriositäten, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie brauche – oder unbedingt brauchen soll. Kurz gesagt: Alles, was mir helfen soll, den Schönheitsidealen unserer Gesellschaft möglichst gerecht zu werden.

Diesen Schönheitsidealen, von denen wir alle wissen, wie unrealistisch sie sind, möchte doch die Mehrheit von uns entsprechen. Aber kann man es uns übel nehmen? Schliesslich sind sie schon von klein auf ständige Begleiter. Gefühlt überall lauern sie, sei es in der nächsten TV-Show im deutschen Fernsehen, in der Werbung oder der Barbiepuppe der kleinen Nachbarin.

Da die Grossverteiler gemerkt haben, dass ein dreibeiniges Rüebli genauso gut schmeckt, wie die perfekt aussehende Version davon, findet man jetzt ab und zu auch solche Produkte im Verkaufsregal. Genau so wünsche ich auch uns Menschen Mut zu etwas mehr Individualismus. Denn die Weise, wie wir uns selbst sehen, soll nicht von irgendwelchen Normen beeinflusst werden und auch nicht davon, ob man von Heidi Klum ein Foto bekommt oder nicht.

Hinweis: In der Kolumne «U20» äussern sich Schüler der Kanti Sursee zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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