Kolumne
U20-Kolumne: Lohnt sich die Lektüre von Literaturklassikern?

Kantonsschülerin Jasmin Arnold erkennt in alten Büchern aktuelle Themen.

Jasmin Arnold
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Kantonsschülerin Jasmin Arnold.

Kantonsschülerin Jasmin Arnold.

Die altertümliche Sprache oder die teils stolze Anzahl Seiten von Literaturklassikern schrecken ab. Der Schriftsteller oder die Schriftstellerin dahinter sind mit lauter Superlativen behaftet. Wirklich nahbar geben sich klassische Werke nicht immer – lohnt es sich also noch, diese anscheinend veralteten Texte zu lesen?

Man muss sich bewusst sein, dass die Sprache ein Hilfsmittel ist, um sich auszudrücken. Sie ist einem steten Wandel ausgesetzt. Gut möglich, dass die Formulierung einem nicht sehr nahe ist – der Gedanke dahinter aber sehr wohl.

Denn in zweihundert Jahre alten Büchern kann man tatsächlich Parallelen zum eigenen Leben finden. Faszinierend! Auch damals gab es Menschen, die über Fernweh, Liebeskummer oder die Schönheit der kleinen Dinge geschrieben haben. Und natürlich auch über die ganz grossen Fragen des Lebens – die werden wohl immer die gleichen bleiben.

Da können Welten aufgehen, wenn man ein altes Buch aufschlägt und sich die Zeit nimmt für das, was jemand vor fünfzig, hundert oder gar vor zweihundert Jahren zu sagen hatte. Das zweihundert Jahre alte Gedicht «Mondnacht» von Joseph von Eichendorff lässt mich beispielsweise über die Bedeutung einer Heimat für die Seele nachdenken.

Und aus dem vor hundert Jahren erschienenen «Siddhartha» von Hermann Hesse möchte ich einen Gedanken zitieren: «Wissen kann man mitteilen, Weisheit aber nicht.»

Bedeutsame Gedanken aus der Vergangenheit – wenn diese aufgeschrieben wurden, warum nicht immer wieder dahin zurückkehren?

Trotzdem darf dabei nicht vergessen gehen, dass die Literatur deutlich mehr zu bieten hat als nur Klassiker. Deshalb: Literaturklassiker lesen – dabei aber auf keinen Fall die «Literaturklassiker von morgen» ausser Acht lassen!

Hinweis: In der Kolumne «U20» äussern sich Schüler der Luzerner Kantonsschulen zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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