U20-KOLUMNE
Meine Schutzmaske und ich – wir kommen uns immer näher

Lina Döös, 19, Schülerin an der Kantonsschule Willisau, über den Alltag mit der gewöhnungsbedürftigen Schutzmaske.

Lina Döös
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Lina Döös, 19, Schülerin an der Kantonsschule Willisau.

Lina Döös, 19, Schülerin an der Kantonsschule Willisau.

Bild: PD

Ich vergesse sie, verliere sie, verlege sie – meine Schutzmaske. Ich kann kaum atmen, und meine Brille läuft andauernd an. Wenn ich in der Pause einen Kaffee trinke, rieche ich den noch weitere zwei Stunden in meiner Maske, und mit einem starken Kaugummi kann ich diesen üblen Geruch auch nicht überdecken, denn dann beginnen meine Augen zu tränen. Oder wenn ich am Wochenende mit dem ÖV in den Ausgang ging, war kein Make-up mehr in meinem Gesicht, wenn ich da ankam, sondern nur noch in meiner Maske. Nun ist es sogar so weit gekommen, dass man nirgends mehr hineinkommt ohne sie. Diese Schutzmaske treibt mich schlicht und einfach in den Wahnsinn.

Doch dennoch würde mir nie in den Sinn kommen, sie nicht anzuziehen. Nicht weil ich Angst hätte, bestraft zu werden, sondern weil ich trotzdem überzeugt bin, dass sie hilft und uns bis zu einem gewissen Grad vor dem Coronavirus schützt.

Zu Beginn konnte ich mich überhaupt nicht mit dieser lästigen Schutzmaske anfreunden. Ich sah sie nur als eine weitere mühsame und unangenehme Konsequenz von dieser Pandemie, die unser Leben nur noch mehr einschränkt. Doch mit der Zeit lernte ich immer mehr Tricks, wie ich besser mit diesem Stück Stoff umgehen kann. Zum Beispiel kreuze ich die Gummibänder der Maske, bevor ich sie mir hinter die Ohren binde. Oder ich ziehe meine Maske vor der Brille an, denn dadurch verhindere ich, dass die Brille beschlägt.

So habe ich mich immer mehr auf ein Leben mit der Maske angepasst, und sie ist nun ein Teil meiner Tagesroutine geworden. Jeden Tag gewöhne ich mich mehr an sie und lerne, besser mit ihr umzugehen. So kommen meine Maske und ich uns immer näher.

Hinweis: In der Kolumne «U20» äussern sich Kantonsschüler zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.