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U20-Kolumne: Run an den Speck!

Kantischülerin Juliette Meier (16) über Essgewohnheiten in der Familie, die zuweilen an Gladiatorenkämpfe erinnern.
Juliette Meier
Juliette Meier. (Bild: PD)

Juliette Meier. (Bild: PD)

«Let the battle begin!» Fäuste werden geballt, Messer gepackt und entschlossene, schon fast grimmige Ausdrücke zeichnen die Gesichter der Anwesenden. Das Buffet ist eröffnet. Die friedliche Atmosphäre am Muttertagsbrunch verwandelt sich sogleich in ein bedrohliches Schauspiel ähnlich den Gladiatorenkämpfen im alten Rom.

Der Startschuss erklingt und Grossmütter legen einen Sprint hin, der sogar Usain Bolt umhauen würde. Schliesslich ist es wichtig, zuerst an der Futterquelle zu sein, «survival of the fittest» und so… Zudem will man ja unbedingt das letzte Stück Speck ergattern, denn wie heisst es so schön: Mit Speck fängt man Mäuse.

Generell sind die Gewohnheiten bezüglich Brunchen recht amüsant: Mein Cousin pflegt die Tradition des Gipfeli-schnell-Essens. An einem überaus reichhaltigen, abwechslungsreichen und durchaus schmackhaften Buffet steuert er jedes Mal – mit durchtriebener Genauigkeit und tödlicher Effizienz – die Brotabteilung an und macht dann die Gipfeli platt. Diese vertilgt er mit viel Ausdauer und noch mehr Nutella.

Meist unterschätzt wird die kritische Angelegenheit der Tischmanieren, welchen ich offiziell den Krieg erkläre. Sehr zum Missfallen meiner Familie, die dann jeweils so tut, als würde sie mich nicht kennen, auch wenn ich mit breitem Grinsen den sicheren Hafen ansteuere. Nun fällt zu meinem Bedauern der Löffel, welcher eigentlich wieder zurück auf die Lachsplatte sollte, mit einem lauten Platschen in die Cocktailsauce. Was meine liebe Schwester, die «Handgelenk mal Pi» zwei Meter von mir entfernt steht, dazu veranlasst, demonstrativ Löcher in die Luft zu starren. Ich werde mich wohl dem heiklen Manöver widmen müssen, den Löffel aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Man kann eben nicht immer gewinnen, aber in diesem Battle hat eindeutig der Speck verloren.


Hinweis: In der Kolumne «U20» äussern sich Schüler der Kanti Sursee zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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