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Beromünster: Zehn Frauen werden für ihr soziales Engagement ausgezeichnet

Zehn Frauen aus Beromünster kochen seit Jahren freiwillig für ihre Mitmenschen. Dafür durften sie gestern einen Preis entgegennehmen. Nur: Zum Feiern hatten die Köchinnen vor lauter Arbeit kaum Zeit.
Martina Odermatt
Ein eingespieltes Team: Marianne Wey (von links), Mariette Kneubühler, Erika Hüsler, Sonja Conrad und Erika Zwimpfer kochen zusammen mit fünf anderen für die Leute von Beromünster. Bild: Dominik Wunderli (Beromünster, 15. Mai 2018)

Ein eingespieltes Team: Marianne Wey (von links), Mariette Kneubühler, Erika Hüsler, Sonja Conrad und Erika Zwimpfer kochen zusammen mit fünf anderen für die Leute von Beromünster. Bild: Dominik Wunderli (Beromünster, 15. Mai 2018)

Es ist 11.45 Uhr. In der Küche des Pfarreiheims St. Stephan in Beromünster laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Frauen, die «zäme Zmittag» anbieten, also einen Mittagstisch für jedermann, bereiten Salat und Hauptspeise vor. Jeden Dienstag kochen sie für Kinder, Eltern, Senioren. Dafür erhalten sie dieses Jahr den «Dank dir»-Preis der katholischen Kirche.

Als Synodalratspräsidentin Annegreth Bienz-Geisseler kurz vor dem Mittag in die Küche tritt und den verdutzten Frauen verkündet, dass diese für ihre Arbeit einen Preis erhalten, macht sich kurz leichte Überforderung breit. Schnell wird die Küchentür geschlossen. «Wir haben jetzt keine Zeit», heisst es von den emsigen Köchinnen, schliesslich müssen die knurrenden Mägen beruhigt werden. Die Frauen arbeiten wie fleissige Bienen: hingesetzt und ausgeruht wird erst, wenn alle Hungrigen verköstigt sind. Es dauert einen Moment, bis die Frauen realisieren, was gerade passiert. «Wir waren total im Schuss und der erste Gedanke war dann ‹Nein, jetzt kommt auch noch jemand in die Küche!›», erklärt Erika Hüsler ihre Reaktion und lacht. Sie seien überrascht worden, hätten im Vorfeld nichts geahnt.

In Ihrer Ansprache erklärt Annegreth Bienz-Geisseler dann, warum das Projekt «Zäme Zmittag» die Jury überzeugt hat. «Ihr bringt Menschen aus allen Generationen zusammen und ermöglicht Kontakte. Für diese gelebte Gemeinschaft sind wir euch sehr dankbar. Hier geht es um weit mehr als nur das Essen.»

Zusammen sein und einen Jass klopfen

Seit 2013 kochen zehn Frauen jeden Dienstag, ausser in den Schulferien. Im Pfarrheim Beromünster erhalten die Gäste so ein Mittagessen für wenig Geld. Manche von ihnen bleiben bis zum Nachmittag und klopfen einen Jass. Um die 40 bis 50 Personen verköstigt die Gruppe jede Woche. Eine Seniorin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ist hier regelmässig anzutreffen. «Ich komme eigentlich immer vorbei. Das Zusammensein, die Leute, dass man ab und zu mal eins jasst, das ist schön», sagt sie. Nur wenn sie einen speziellen Termin habe, lasse sie das gemeinsame Mittagessen ausfallen. «Letztens hatte ich ein Klassentreffen, dann konnte ich nicht kommen. Aber es hat mir schon gefehlt», sagt sie.

Der «Dank dir»-Preis, mit dem die katholische Kirche im Kanton Luzern und der Seelsorgerat seit 2014 eine Gruppe Freiwilliger auszeichnet, besteht aus mehreren Teilen. Einerseits werden jetzt für ein Jahr drei Fahnen vor dem Pfarreiheim im Wind flattern und Leute daran erinnern, dass die Freiwilligen diese Auszeichnung entgegen nehmen durften. Ein anderer Teil besteht aus dem Preisgeld. Mit den 1000 Franken wollen die Frauen «fein essen gehen und etwas unternehmen», sind sie sich einig.

Gestern Mittag werden zum Schluss noch die Rollen getauscht: Die Ausgezeichneten dürfen Platz nehmen und werden von Mitgliedern der Kirche mit Kuchen und Kaffee bedient.

Hinweis

Die Gruppe «Zäme Zmittag» besteht aus Sonja Conrad, Marianne Wey, Erika Zwimpfer, Erika Hüsler, Mariette Kneubühler, Lisbeth Brandstetter, Anita Estermann, Rosmarie Rogger, Daniela Lisebach und Maria Bucher.

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