Über 1 Million Franken für wirtschaftliche Corona-Härtefälle – Kanton Luzern und die Albert Koechlin Stiftung zeigen sich solidarisch

Finanzspritzen und Beratung – der Kanton Luzern präsentiert zusammen mit der Albert Koechlin Stiftung eine Corona-Härtefalllösung für Unternehmen. Sie soll die Zeit bis Anfang 2021 überbrücken, denn erst dann greifen die nationalen Beschlüsse.

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(jwe) Der Kanton Luzern will coronabedingten Härtefällen im Bereich Wirtschaft schnell helfen. Zusammen mit der Albert Koechlin Stiftung haben die Behörden eine Luzerner Härtefalllösung erarbeitet. Sie ermöglicht Zahlungen ab sofort, bis Ende Jahr. Somit ist diese Lösung eine Überbrückung bis Anfang 2021, dann erfolgen die nationalen Zahlungen.

Der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: «Vorderhand sind unsere Zielgruppe Unternehmen, die unverschuldet und trotz eigener Bemühungen und bereits erfolgter Unterstützung in Schwierigkeiten geraten sind. Sie sollen noch vor Ende Jahr Unterstützung erhalten.»

Luzerner Regierungspräsident und Finanzvorsteher Reto Wyss.

Luzerner Regierungspräsident und Finanzvorsteher Reto Wyss.

Bild: Dominik Wunderli (01. Juni 2020)

Maximal 100'000 Franken pro Unternehmen

Die Unterstützung erfolgt durch zusätzliche Kredite sowie A-fonds-perdu-Zahlungen. Die Albert Koechlin Stiftung stellt einen Kredit im Umfang von 600’000 Franken zur Verfügung. Der Kanton Luzern wird A-fonds-perdu-Beiträge aus dem Lotteriefonds im Umfang von 500'000 Franken einbringen. Die Finanzspritze übersteigt also die Millionengrenze. Pro Unternehmen wird maximal ein Beitrag von 100'000 Franken ausgezahlt. Rund die Hälfte davon in Form eines Kredits, die andere Hälfte als A-fonds-perdu-Beitrag.

«Besonders bei kleineren Unternehmen braucht es unter Umständen nicht nur Massnahmen zur Sicherung der Liquidität, sondern auch Unterstützung zu einer möglichst raschen Neuorientierung hin zu zukunftsfähigen Strukturen», sagt Finanzdirektor Wyss. Darum geht die Hilfe über das Geld hinaus und beinhaltet auch Beratung. Die Unternehmen werden von ITZ InnovationsTransfer Zentralschweiz gecoacht und können vom Knowhow von externen Partnern profitieren.

Wer entscheidet über die Vergabe der Gelder? In der Mitteilung steht: «Der Regierungsrat hat ein breit abgestütztes Expertengremium mit der Selektion der eingehenden Anträge beauftragt.» Details zu den festgelegten Kriterien werden auf der Website des kantonalen Finanzdepartements aufgeführt.

Einsitz im Gremium hat auch Marianne Schnarwiler, Geschäftsführerin der Albert Koechlin Stiftung. Sie sagt zum Vorhaben: «Wir sehen es gemäss unserem Stiftungszweck als unsere Aufgabe, zum Erhalt von Arbeitsplätzen im Kanton Luzern beizutragen.» Allerdings sei es wichtig, realistisch über die Reichweite der Massnahmen zu bleiben. «Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind erheblich und wir werden leider nicht allen Betroffenen helfen können. Dennoch möchten wir für die Unterstützung von besonderen Härtefällen Hand bieten.»

Hilfswerke werden auch unterstützt

Zusätzlich zur Härtefalllösung bei Unternehmen hat die Luzerner Regierung Zahlungen in der Höhe von 150’000 Franken an verschiedene Hilfswerke ausgelöst. Diese sollen in regionalen, nationalen und internationalen Projekten zur Dämpfung der Folgen der Covid-19 Pandemie beitragen.

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