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Über 100 Zeckenbiss-Meldungen pro Tag

Mit Hilfe der Präventions-App «Zecke» können Betroffene Zeckenstiche melden oder Gefahrenregionen erkennen. Die App wurde von Werner Tischhauser und Prof. Dr. Jürg Grunder von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften entwickelt. Im Mai wurde sie rege genutzt.
Sandra Peter
Eine Zecke lauert auf einem Blatt. (Bild: Carola Vahldiek/Keystone)

Eine Zecke lauert auf einem Blatt. (Bild: Carola Vahldiek/Keystone)

Werner Tischhauser, wie hat sich die Anzahl der Zeckenstich-Meldungen im Mai entwickelt?

Die Meldungen haben gegenüber dem April deutlich zugenommen. Letzten Sonntag haben die Nutzer beispielsweise 200 Stiche gemeldet. In dieser Menge habe ich das noch nie erlebt. Auch in den Vortagen hatten wir jeweils mehr als 100 Meldungen pro Tag. Auch wenn man die steigende Anzahl der Nutzer berücksichtigt, ist diese Zahl im Vergleich zu anderen Jahren extrem hoch.

Werner Tischhauser, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Werner Tischhauser, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Wie viele Menschen nutzen die 2015 lancierte App mittlerweile?

Für die App gab es bisher rund 75’000 Downloads. Die meisten Menschen nutzen die Erinnerungsfunktion der App zur Nachkontrolle nach einem Stich.

Worin liegen die Gründe für die aktuell hohe Anzahl Zeckenbiss-Meldungen?

Das ist wohl eine Kombination der Witterungsbedingungen und der Freizeitaktivitäten der Menschen. Viele haben ihre Ferien, Feiertage oder Wochenenden draussen verbracht. Da tummeln sich bei Witterungsbedingungen, wie sie in den vergangenen Wochen herrschten, auch Zecken.

Die Nutzer geben jeweils auch an, an welcher Stelle der Biss erfolgt ist. Wo beissen Zecken am ehesten zu?

Da bestätigen die Daten aus der App die bereits bekannten Annahmen: Überall da, wo die Haut dünn, feucht und gut durchblutet ist. Dies ist beispielsweise die Leistengegend oder die Kniekehle, bei Kindern auch am Hals oder Kopf. Das hat aber mit der Körpergrösse zu tun. Zecken halten sich am liebsten auf der bodennahen Vegetation bis maximal einen Meter ab Boden auf und lassen sich von vorbeiziehenden Wirtstieren und Menschen beim Kontakt abstreifen.

Nutzer können eine entfernte Zecke auch zu Forschungszwecken einsenden. Was geschieht mit der Probe?

Die Zecke wird in drei verschiedenen Labors des Nationalen Referenzzentrums NRZK/CNRT auf Krankheitserreger hin untersucht. Die Forscher wollen so feststellen, ob sich in Zecken, die sich mit Menschenblut vollgesogen haben, andere Erreger finden, als bei anders eingesammelten.

Wann ist die Zecken-Saison vorbei?

Das hängt von den Witterungsbedingungen ab. Die Zeckenaktivität geht jeweils nach mehreren Hitzetagen mit Temperaturen über 30 Grad markant zurück. In den vergangenen Jahren war dies meist im Monat Juli der Fall. Ist der Juli verregnet, geschieht dies vielleicht erst im August. Im Herbst folgt nochmals eine Phase mit erhöhter Zeckenaktivität, bevor im November die Temperaturen unter 7 Grad Celsius fallen und die Zecken sich in der Streuschicht zum Überdauern der kalten Jahreszeit verkriechen. Bei milden Temperaturen kann die Zeckenaktivität aber bis im Dezember anhalten. Die viel verbreitete Faustregel, dass die Zeckensaison im März beginnt und Ende Oktober endet, ist überholt.

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