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ÜBERBAUUNG: LUKB will in Sursee hoch hinaus

Als zweites Zentrum des Kantons soll Sursee städtischer werden. In der Isebahn-Vorstadt plant die Luzerner Kantonalbank zwei Hochhäuser. Doch es wird auch Kritik laut.
Roseline Troxler
So könnte die Überbauung Dreiklang in der Isebahn-Vorstadt dereinst aussehen. (Bild: PD)

So könnte die Überbauung Dreiklang in der Isebahn-Vorstadt dereinst aussehen. (Bild: PD)

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

48 Meter und 38 Meter – dies ist die stolze Höhe der zwei geplanten Hochhäuser im Gebiet Isebahn-Vorstadt in Sursee. Sie sollen auf dem Areal der Garage Wyder sowie beim Denner-Gebäude entstehen. Entlang der Chris­toph-Schnyder-Strasse ist ein Riegelbau geplant. Die Überbauung wird von der Luzerner Kantonalbank (LUKB) realisiert. Das Projekt Dreiklang steht kurz vor der Baueingabe, wie die «Surseer Woche» berichtet.

Urs Birrer, Regionaldirektor Sursee der LUKB, führt auf An­frage aus: «Es freut uns, an dieser hervorragenden Zentrumslage in Sursee ein Projekt mit attraktiven Wohnungen und Gewerbeflächen zu realisieren.» Für den Surseer Bauvorsteher Bruno Bucher entwickelt sich die Gemeinde durch die Realisierung der Bauten «nachhaltig in Richtung urbaner Strukturen». In der Überbauung sollen 91 Wohnungen entstehen, mit 2,5 bis 4,5 Zimmern. «Das geplante Wohnungsangebot wird eine gute Durchmischung ermöglichen», ist Birrer überzeugt.

Zweifel an guter Durchmischung

Andreas Hofer, Präsident der Grünen Sursee, hingegen erwartet, dass aufgrund der Nähe zum Bahnhof und der Wohnungsgrössen vor allem Paare, die ausserhalb von Sursee arbeiten, angezogen werden. «Für Familien sind die Wohnungen wohl zu klein. Zudem fehlt es in der Umgebung an Spielplätzen.» Er rechne daher nicht mit einer guten Durchmischung. Auch Bauvorsteher Bucher erwartet kein klassisches Familienquartier, sondern geht davon aus, dass die «grosszügigen Wohnungen eine Klientel in ei­nem breiten Altersspektrum anziehen». Noch dieses Jahr will die LUKB entscheiden, ob die Wohnungen zur Miete oder zum Kauf angeboten werden.

In den letzten Monaten liess die LUKB das Projekt der Mischa Badertscher Architekten aus Zürich überarbeiten. Dabei ist laut Birrer festgestellt worden, dass die unterirdischen Stau- und Nebenräume nicht der «angestrebten Wohnqualität» entsprechen. Die LUKB hat sich daher für den Bau eines dritten Untergeschosses entschieden. Kostenpunkt: zusätzliche 6 Millionen Franken. Laut Bucher wird beim Projekt dennoch weiterhin mit 181 Parkplätzen gerechnet. Er sagt allerdings: «Die Würfel in Sachen Reglementierung der maximal zulässigen privaten Parkplätze auf privatem Grund sind noch nicht gefallen.» Wie viel die LUKB in das Gesamtprojekt investiert, wollte sie auf Anfrage nicht kommunizieren. «Wir machen zu den Kosten keine Angaben. Bis zur Baueingabe werden wir die Kostenschätzungen nochmals aktualisieren.» Vor gut ei­nem Jahr wurden die Kosten auf rund 75 Millionen Franken beziffert (Ausgabe vom 16. März 2016).

In der neuen Überbauung wird auch der Regionalsitz der LUKB Platz finden. Die zwei bisherigen Standorte in Sursee werden hier zusammengeführt. Laut Urs Birrer wird die Überbauung künftig für zwischen 70 und 100 Arbeitsplätze der LUKB Platz bieten. Im Erdgeschoss sollen weitere Geschäfte angesiedelt werden. «Die LUKB führt eine Liste der Interessenten für die Gewerberäume und die Wohnungen», sagt Birrer. Wann die Gewerbeflächen und die Wohnungen bezugsbereit sind, kann er noch nicht sagen. «Nach Vorliegen der Baubewilligung werden wir den Baustart und damit auch das voraussichtliche Bezugsdatum fixieren.»

Grüne kritisieren Zeitpunkt der Umzonung

Im März 2016 haben die Stimmbürger von Sursee der Überbauung den Weg geebnet, indem sie der nötigen Umzonung der zwei betroffenen Grundstücke sowie der Anpassung des Bau- und Zonenreglements zugestimmt haben. Gegen die Umzonung haben sich die Grünen gestellt – jedoch chancenlos. Andreas Hofer erklärt auf Anfrage: «Wir sind nicht gegen den Standort der neuen Überbauung und begrüssen die Hochhäuser als Schritt Richtung verdichtetes Bauen. Doch der Zeitpunkt des Projekts ist falsch.» Hofer verweist auf die Ortsplanungsrevision, die in Sursee derzeit im Gang ist. Bevor eine solche Überbauung gebaut werde, müsse man schauen, wie sich die Verkehrsflüsse in Sursee entwickeln. «Wieder einmal wird zunächst gebaut und dann geschaut, wie sich das auswirkt», sagt der Kantonsrat. Laut Bauvorsteher Bruno Bucher soll die Gemeindeversammlung über die revidierte Bau- und Zonenordnung und den Zonenplan Ende 2018 oder Anfang 2019 stattfinden. Danach entscheidet die Regierung über die Revision. Bucher betont, dass er kein Problem darin sehe, das Baubewilligungsverfahren für die Isebahn-Vorstadt bereits diesen Sommer zu starten.

Seinen Unmut drückt Hofer auch zum Mobilitätskonzept der Überbauung Dreiklang aus: Durch die Einfahrt zum geplanten Parkhaus werde auf der Christoph-Schnyder-Strasse eine der Hauptachsen für den öffentlichen Verkehr blockiert. Laut Bruno Bucher wird das Mobilitätskonzept gemeinsam mit der Baueingabe geprüft. Die Umsetzung des Mobilitätskonzepts werde künftig periodisch genau angeschaut.

Bild: Grafik: Isi

Bild: Grafik: Isi

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