Überdachte Autobahn mit Grünfläche: In Kriens bietet sich eine Jahrhundertchance

Die Stadt Kriens will beim Bypass-Ausbau die Autobahn überdachen und die so entstandene Fläche als Grünzone und Begegnungsraum nutzen. Die Vision ist verkehrstechnisch und städtebaulich eine grosse Chance, die es zu nutzen gilt.

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Hugo Bischof

Hugo Bischof

Die Stadt Kriens fordert unter dem Titel «Chance Bypass» eine sogenannte Einhausung des Autobahnabschnitts zwischen dem Sonnenberg-Portal und dem Tunnel Schlund. Das macht Sinn. Denn die heutige Situation ist unbefriedigend: Seit der Autobahneröffnung vor 66 Jahren ist Kriens stark gewachsen und weitere Grossprojekte stehen an – mit dem Effekt, dass die stark befahrene Nord-Süd-Verbindung nun mitten in einem Stadtteil liegt und diesen auf einer Länge von einem Kilometer in zwei Teile trennt.

Eine überdachte Autobahn mit einer gestalteten Grünfläche als Begegnungsraum: Das ist eine Jahrhundertchance, die es jetzt zu nutzen gilt. Weniger Lärm für die Anwohner, mehr Verbindungen zwischen den Quartieren beidseits der Autobahn – das sind die offensichtlichsten Vorteile. Das Projekt soll nicht nur verkehrstechnisch, sondern auch städtebaulich überzeugen. Das haben auch der Gemeindeverband Luzern plus und die Stadt Luzern erkannt. Sie zeigen sich mit Kriens solidarisch.

Die «Chance Bypass» ist erst eine Vision, kein Projekt. Es gibt noch einige Stolpersteine. Ungeklärt ist etwa die Frage der Autobahn-Lüftung. Und auch die Kosten gilt es zu klären. Von 700 Millionen Franken Mehrkosten gegenüber dem vom Bund bevorzugten Kompromissprojekt mit 240 Meter Überdachung ist die Rede. Da ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten – beim Bund und beim Kanton.

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