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«Überforderter Ordnungsdienst»: Winiker und FCL sprechen sich aus

Erst spricht der Luzerner Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker von einer Überforderung des FCL-Ordnungsdienstes, dann ist plötzlich alles korrekt abgelaufen. Grund ist ein Persilschein der Polizei.
Lukas Nussbaumer
GC-Spieler stehen in der Swisspor-Arena vor Hooligans nach dem Spielabbruch im Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und GC. (Bild: Keystone, Luzern, 12. Mai 2019)

GC-Spieler stehen in der Swisspor-Arena vor Hooligans nach dem Spielabbruch im Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und GC. (Bild: Keystone, Luzern, 12. Mai 2019)

«Der Ordnungsdienst des FCL war überfordert und konnte die Ordnung nicht mehr durchsetzen.» Diese Aussage machte der Luzerner Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker am Mittwoch in einem Gespräch mit unserer Zeitung über den Abbruch des Spiels zwischen dem FCL und GC vom Sonntag (wir berichteten).

Was war in der Swisspor-Arena passiert? 57 GC-Ultras kletterten über die Absperrung zum Spielfeldrand und machten Anstalten, den Rasen zu stürmen. Die laut Regierungsrat Winiker in dieser Situation überforderten FCL-Sicherheitskräfte riefen die Luzerner Polizei zu Hilfe, die eine Eskalation verhindern konnte. Kurz danach brach der Schiedsrichter den Match ab.

Winiker und der FCL haben miteinander gesprochen

Verantwortlich dafür, dass Fans nicht über die Zäune klettern, ist gemäss Winiker der Veranstalter, im vorliegenden Fall also der FCL. «Er muss die Hausordnung sicherstellen. Dafür ist nicht die Polizei verantwortlich», so der SVP-Politiker. Am Donnerstag nun hat sich Winiker mit dem FCL «direkt ausgetauscht», wie Klub-Mediensprecher Markus Krienbühl auf Anfrage sagt.

Im Gespräch mit dem Justiz- und Sicherheitsdirektor habe man den Vorwurf der Überforderung des FCL-Ordnungsdienstes «anders verstanden». Und, so Krienbühl weiter: «Der Sicherheitsdienst des FCL hat gemäss einer Bestätigung der Luzerner Polizei absolut korrekt gehandelt.» Übersetzt: Winiker, die ihm unterstellte Luzerner Polizei und der FCL wollen möglicherweise aufkommende Zweifel am Sicherheitsdispositiv des FC Luzern zerstreuen.

Standardmässig stehen bei FCL-Spielen 180 Sicherheitskräfte im Einsatz

Wie der Sicherheitsdienst am Sonntag organisiert war, lässt FCL-Sprecher Markus Krienbühl offen. Sicher ist: Das Dispositiv wurde gegenüber Nicht-Risiko-Spielen angepasst – es standen mehr Personen als die üblichen 180 im Einsatz. Wie viele mehr, gibt der FCL nicht bekannt.

Auf zusätzliche Kräfte dürfte der FCL auch am kommenden Mittwoch zurückgreifen, wenn der Verein sein letztes Heimspiel der laufenden Saison gegen den zweiten Zürcher Klub, den FCZ, austrägt. Krienbühl: «Wir werden die Lage vorgängig zusammen mit dem FCZ und der Luzerner Polizei analysieren und das Dispositiv entsprechend ausarbeiten.» Der FC Luzern muss sich pro Jahr mit 870'000 Franken an den Sicherheitskosten der Luzerner Polizei im Zusammenhang mit Fussballspielen beteiligen. Dazu gibt der Verein gemäss Krienbühl für den gesamten Stewardbetrieb 670'000 Franken aus.

Weiterhin nur vage äussert sich der FCL zu Massnahmen wie ID-Kontrollen oder einer Sperrung des Gästesektors. Zentral ist gemäss Krienbühl, dass dies «auf Ebene der Liga diskutiert und allenfalls umgesetzt wird». Stadionverbote, die von Vereinen und der Liga ausgesprochen werden können, seien «zweckmässig, um die Problemfans fernzuhalten».

Nach dem FCL hat auch GC Strafanzeige eingereicht

Der FCL hat am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft Luzern laut Mitteilung eine Strafanzeige wegen Nötigung, Rassismus und Sachbeschädigung eingereicht. Den gleichen Schritt hat am Donnerstag-Nachmittag auch GC getan, wie Klubberater Hans Klaus auf Anfrage sagt. GC spricht in der Strafanzeige von Tätlichkeit, Beschimpfung, Drohung, Nötigung und Rassismus.
Nachdem sich am Mittwoch Neonazi S. N. im Aargau der Polizei gestellt hat, wurde gestern ein zweiter GC-Fan in Zürich im Auftrag der Luzerner Staatsanwaltschaft festgenommen. (nus)

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