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ÜBERNACHTUNGSAKTION: Halbzeit bei der Charmeoffensive der Luzerner Hoteliers

Bis Ende Januar bieten 27 Luzerner Hotels besonders günstige Zimmer an – exklusiv für die hiesige Bevölkerung. Das sei eine «nette Geste», findet ein Tourismusexperte. Aber nicht alle Hotels sind gleich gefragt.
Raphael Zemp
Ein Zimmer im Hotel Wilden Mann, das für Einheimische noch bis Ende Monat besonders günstig ist. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. Januar 2018))

Ein Zimmer im Hotel Wilden Mann, das für Einheimische noch bis Ende Monat besonders günstig ist. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. Januar 2018))

Wie erlebt ein Tourist Luzern? Nur schwer vorstellen kann sich das, wer hier aufgewachsen ist, arbeitet und lebt. Wie es sich in Luzerner Hotels übernachten lässt, das zumindest können Luzernerinnen und Luzerner am eigenen Leib erfahren – seit Anfang Jahr sogar zu besonders vorteilhaften Tarifen. Denn seit dann läuft die Aktion «Nicht daheim und doch zu Hause» von Luzern Hotels und Luzern Tourismus. Mit diesem «Dankeschön» will Luzern Tourismus das bereits verstrichene 125. Jubiläumsjahr definitiv abschliessen und der Luzerner Bevölkerung «einen besonderen Start ins neue Jahr» ermöglichen.

Nacht im Fünfsternehotel kostet 250 Franken

Doch was heisst günstig in konkreten Zahlen ausgedrückt? 75 Franken pro Zimmer muss bezahlen, wer für eine Nacht in einem Dreisternehotel absteigen will. In Viersternehäusern kostet das gleiche Angebot 125 Franken, und doppelt so viel bezahlt man für eine Übernachtung im «Schweizerhof» sowie im Grand Hotel National, den zwei einzigen Fünfsternehotels, die an der Sonderaktion teilnehmen. Die rest­lichen 25 Hotels sind allesamt Vier- und Dreisternehotels, die zumeist in der Stadt liegen, teils aber auch auf dem Land. Als einzige Auflage gilt: Wer eincheckt, muss im Kanton Luzern wohnen und das mit einem Ausweis belegen. Das Angebot ist limitiert und wird unter <i>nichtdaheim2018.luzern.one</i> laufend aktualisiert.

Die Aktion stösst bei Luzernerinnen und Luzernern auf Interesse: In den ersten zehn Tagen sind bereits 110 Sonderangebote sämtlicher Kategorien genutzt worden. «Wir freuen uns über jede einzelne Buchung», sagt Sibylle Gerardi, Mediensprecherin von Luzern Tourismus. Konkrete Erwartungen habe man aber keine. Auch weil man diese Aktion zum ersten Mal durchführe und das Interesse daran im Vorfeld schwer habe einschätzen können. Allerdings: Nicht alle Hotels werden gleich stark nachgefragt: Während sich in der Stadt Luzern Arno Affolter, Direktor des Viersternehotels Wilden Mann, bis dato über zehn Spezialbuchungen freuen kann, ist etwa das Hotel Flora (ebenfalls vier Sterne) bisher leer ausgegangen. «Schade, dass die Luzerner Bevölkerung dieses Kennenlernangebot nicht nutzt», sagt dazu Nadine Marquardt vom Hotel Flora.

Zudem: 110 Übernachtungen mögen sich nach einer stattlichen Zahl anhören. Ein Blick in die Statistik aber relativiert: Allein die Stadt Luzern verzeichnete im vergangenen Januar knapp 65'000 Logiernächte. Das entspricht über 2000 Übernachtungen – pro Tag. Dabei ist die Auslastung der Luzerner Hotels im Januar gemeinhin noch am tiefsten. Was wohl auch ein Grund ist, warum Luzern Tourismus die Aktion just auf diesen Monat angesetzt hat.

Affolter vom «Wilden Mann» aber bekräftigt: «Wir wollen mit dieser Aktion nicht bloss leere Betten füllen und Geld abkassieren. Für uns ist es eine Chance, bei den Einheimischen das Verständnis für unser Metier zu fördern.» Die Akzeptanz in der Bevölkerung zu wahren, ist denn auch ein zentrales Ziel der Aktion, das Ferdinand A. Zehnder, Präsident der Luzern Tourismus AG, bereits bei deren Ankündigung ins Feld führte. Aber kann diese Rechnung aufgehen?

Für Jürg Stettler, Professor für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern, ist die Aktion zumindest eine «nette Geste» und ein Schritt in die richtige Richtung. «Damit man aber eine nachhaltige Unterstützung in der Bevölkerung erreicht, sind Dialog und Austausch wichtig, aber auch eine genauere Datengrundlage von den Besuchern und ihrem Verhalten.» In Luzern befinde man sich aber auf gutem Weg.

Die Aktion dauert noch bis Ende Monat. Noch unklar ist, ob sie wieder durchgeführt wird.

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

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