ÜBERNAHME: Concordia sackt Xundheit ein – für 3 Millionen

Am 23. April 2008 haben die Krankenkasse Concordia und die Stadt Luzern über den Verkauf der Xundheit informiert. Jetzt steht der Verkaufspreis fest – das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

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Soll Xundheit-Direktor bleiben: Donald Locher, hier vor dem Krankenkassen-Sitz in an der Pilatusstrasse in Luzern. (Archivbild Esther Michel/Neue LZ)

Soll Xundheit-Direktor bleiben: Donald Locher, hier vor dem Krankenkassen-Sitz in an der Pilatusstrasse in Luzern. (Archivbild Esther Michel/Neue LZ)

Die Xundheit (Öffentliche Gesundheitskasse Schweiz) befindet sich zu 100% im Eigentum der Stadt. Ausschlaggebend für den Verkaufsentscheid des Stadtrates waren vor allem ordnungspolitische Überlegungen. Nach Ansicht der städtischen Exekutive ist es nicht Aufgabe einer Gemeinde, eine Krankenkasse zu führen, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Grosser Stadtrat hat das letzte Wort
Die Verhandlungen der Stadt Luzern mit der Krankenkasse Concordia über den Verkauf der Aktien der Xundheit konnten mit der Unterzeichnung des Vertrags am 21. Mai nun erfolgreich abgeschlossen werden. Mit dem vorliegenden Bericht und Antrag an den Grossen Stadtrat beantragt der Stadtrat dem Parlament, dem Aktienverkauf zuzustimmen. Der Grosse Stadtrat entscheidet abschliessend.

Die Debatte ist für Donnerstag, den 26. Juni geplant. Als Verkaufspreis für die Aktien der Xundheit und ihrer Tochter Xundheit, Praxis HMO AG, wurden 3 Millionen Franken vereinbart.

Übernahme an Auflagen gebunden
Die Bedingungen der Stadt an die neue Eigentümerin Concordia bestimmten die Höhe des Preises mit. Die Stadt verknüpft mit dem Verkauf wesentliche Verpflichtungen im Interesse der Versicherten und der Mitarbeitenden der Xundheit:

  • Die Xundheit wird als eigenständige Kasse weitergeführt, und die Versicherten können dank der Übernahme durch die Concordia auch in Zukunft auf die Leistungsfähigkeit ihrer Krankenversicherung bauen.
  • Die anstehenden Massnahmen zur Verminderung der Verwaltungskosten werden im Personalbereich zu Veränderungen führen. Die Concordia geht die Verpflichtung ein, die Anpassung des Mitarbeiterbestands sozialverträglich durchzuführen.

Dank dem preislichen Entgegenkommen der Stadt und der Grösse der Concordia, die ihren Hauptsitz in Luzern hat, können so die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden gering gehalten werden. Im Einflussbereich einer finanzstarken grossen Krankenkasse entgeht die Xundheit dem zunehmenden Druck kleinerer unabhängiger Kassen. Concordia profitiert von einer im Markt gut positionierten Xundheit, die ihrer strategischen Ausrichtung entspricht, wie es weiter heisst.

scd