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Überraschung in Horw: Die L20 nominiert ihren Parteipräsidenten für den Gemeinderat

Der Kampf um den letzten noch freien Sitz in der Horwer Exekutive am 23. Juni wird spannend: Die L20 nominiert ihren Präsidenten Jörg Stalder. Die Kandidierenden von FDP und SVP reagieren darauf gelassen.
Roman Hodel
Der Präsident persönlich will für die Horwer L20-Partei in den Gemeinderat. (Bild: z.V.g.)

Der Präsident persönlich will für die Horwer L20-Partei in den Gemeinderat. (Bild: z.V.g.)

Die Gerüchteküche brodelte, seit die L20 verlauten liess, man halte sich bezüglich des zweiten Wahlgangs am 23. Juni alle Optionen offen (wir berichteten). Seit Mittwochnachmittag ist klar: Die linke Partei will der SVP den frei werdenden Sitz des zurücktretenden Gemeinderats Robert Odermatt abluchsen – und damit einen zweiten Vertreter in der Exekutive stellen. Sie schickt hierfür ihren Parteipräsidenten Jörg Stalder ins Rennen.

Als Grund für eine eigene Kandidatur nennt die L20 in einer Medienmitteilung den Umstand, dass die beiden anderen Kandidierenden – Francesca Schoch (FDP) und Oliver Imfeld (SVP) – «in unterschiedlichen Punkten nicht zum gewünschten Anforderungsprofil passen». Vor allem aber ist die Partei bestärkt durch das gute Abschneiden ihrer Kandidatin Claudia Röösli im ersten Wahlgang. Diese schaffte am vergangenen Sonntag das absolute Mehr mit 2562 Stimmen locker und wurde auf Anhieb als Nachfolgerin des zurücktretenden L20-Gemeinderats Oskar Mathis gewählt. Jürg Stalder sagt:

«Wenn ich eine ähnlich starke Unterstützung der Horwerinnen und Horwer abholen kann, rechne ich mir im zweiten Wahlgang gute Chancen aus.»

Allerdings wurde Röösli von der CVP unterstützt – damit kann Stalder wohl nicht rechnen. Er sagt dazu: «Ich bin gut bekannt in CVP-Kreisen, das dürfte mir bestimmt nützen.» Das – und seine fachlichen sowie politischen Kompetenzen. Denn mit Jörg Stalder nominiert die L20 einen bestens vernetzten Politiker. Bis 2011 politisierte er im Einwohnerrat, 2004 präsidierte er diesen. Zudem hat der 54-jährige Familienvater in diversen Kommissionen mitgewirkt. Beruflich führt der Ur-Horwer im Dorf ein eigenes Architekturbüro. «Bei einer Wahl würde ich dort einen Geschäftsleiter einsetzen», sagt er und betont, dass er als Architekt HTL «die geforderten fachlichen Qualifikationen» für das frei werdende Immobilien- und Sicherheitsdepartement mitbrächte.

Gemeinderatswahlen Horw vom 19. Mai 2019

gewählt
Claudia Röösli
Claudia Röösli
L20
2 562
Oliver Imfeld
Oliver Imfeld
SVP
1 879
Verfügbare Sitze: 2
Francesca Schoch
Francesca Schoch
FDP
1 700
Absolutes Mehr
2 106 Stimmen

Würde Stalder gewählt, wäre die Konkordanz allerdings dahin – und die L20 mit zwei Sitzen im fünfköpfigen Gemeinderat übervertreten. Ein Vorwurf, den Stalder erst kürzlich noch an die Adresse der FDP richtete, sollte deren Kandidatin Francesca Schoch gewählt werden. «Nur, im Unterschied zur FDP ist unser Wähleranteil grösser und bei den letzten Kantonsratswahlen erzielte Links-Grün in Horw über 30 Prozent», sagt Stalder und ergänzt: «Konkordanz ist gut und recht, doch es braucht dafür eben auch geeignete Personen.»

Schoch und Imfeld reagieren derweil gelassen auf die Kandidatur der L20. «Nach dem Bericht in der Luzerner Zeitung habe ich damit gerechnet», sagt FDP-Kandidatin Francesca Schoch. Ihre Ausgangslage sei damit wohl schwieriger geworden, denn nun buhlen drei Kandidierende um einen Sitz – beim ersten Wahlgang seien drei Kandidierende zwei Sitzen gegenübergestanden. Sie sagt:

«Ich schaue jedoch weder links noch rechts, sondern gehe meinen Weg – das bin ich meinen 1700 Wählerinnen und Wählern des ersten Wahlgangs schuldig.»

Auch SVP-Kandidat Oliver Imfeld lässt sich von der L20-Kandidatur nicht beirren – offiziell zumindest: «Die Linke tut nun genau das Gleiche wie die FDP – sie strebt eine Übervertretung im Gemeinderat an.» Offenbar wollten beide Parteien die SVP nicht mehr in der Exekutive eingebunden haben. Imfeld sagt: «Aber schauen wir weniger auf die anderen, dafür mehr auf uns.» Wer in der SVP politisiere, müsse immer für seine Standpunkte kämpfen, was auch die Regierungsratswahlen gezeigt hätten. «Trotzdem bin ich für den zweiten Wahlgang guten Mutes, denn ich garantiere für Kompetenz, Konkordanz und Kontinuität im Gemeinderat.»

Nützt die L20-Kandidatur vor allem der SVP?

CVP-Präsident Ivan Studer sagt zur L20-Kandidatur: «Das hätte ich nicht erwartet.» Aus Sicht der Partei sei der Schritt nachvollziehbar. «Sie hat ja nichts zu verlieren und ihren eigentlichen Gemeinderatssitz bereits verteidigt.» Eine Unterstützung von Stalder analog zu Röösli im ersten Wahlgang sei jedoch kein Thema. Studer geht davon aus, dass bei drei Kandidaten die Stimmen im zweiten Wahlgang besser verteilt werden. «Nützen dürfte die Kandidatur der L20 vor allem der SVP», sagt er: «Ich gehe davon aus, dass Francesca Schoch in Abwesenheit einer L20-Kandidatur einige Stimmen zusätzlich gemacht hätte. Diese dürften nun den Namen Jörg Stalder auf den Wahlzettel schreiben. Ist dies wirklich im Sinne der L20?»

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