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ÜBERREGIONAL: Diese Fasnacht wird rüüdig «scheen»

Vor 70 Jahren wurde die erste Luzerner Guuggenmusig gegründet – dank eines Baslers. Nostradamus, die Rüssgusler und der Tambourenverein zollen ihm mit waschechten Basler Sujets Respekt. Und die Basler überraschen Luzern mit einer Premiere.
Martina Odermatt
Tambourenverein, Rüssgusler und Nostradamus kombinieren dieses Jahr die Basler und die Luzerner Fasnacht mit ihren Sujets. (Bild: Corinne Glanzmann (Emmenbrücke, 20. Februar 2017))

Tambourenverein, Rüssgusler und Nostradamus kombinieren dieses Jahr die Basler und die Luzerner Fasnacht mit ihren Sujets. (Bild: Corinne Glanzmann (Emmenbrücke, 20. Februar 2017))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Wenn heute die Guuggenmusigen offiziell die fünfte Jahreszeit einläuten, fühlt es sich für viele Fasnächtler so an, als hätte es die Guuggenmusigen und die Fasnacht schon immer gegeben. Dem ist natürlich nicht so. Die Geburtsstunde der Luzerner Guuggenmusig-Szene war vor 70 Jahren. Damals wurde die «Luzerner Original Guuggenmusig 4711» gegründet – und das dank des Baslers Sepp Ebinger. Er hatte den Brauch an den Vierwaldstättersee gebracht. Die Luzerner Fasnacht in ihrer heutigen Form verdanken wir also ausgerechnet einem Basler. Und ihm soll dieses Jahr Respekt gezollt werden.

So haben sich zum Jubiläum die Gruppierung Nostradamus, der Tambourenverein Luzern und die Rüssgusler Ebikon zusammengeschlossen, um Sepp Ebinger und die Basler Fasnacht zu ehren. Musik und Kostüme sollen eins zu eins dem Basler Pendant nachempfunden werden.

Basler Fasnacht mit Luzerner Einschlag

Die Tambouren werden bei den Umzügen von Pfeifern unterstützt, die Rüssgusler spielen Basler Märsche. Gab es keinen internen Widerstand? «Wir sind bekannt dafür, dass wir das Motto jeweils von A bis Z umsetzen. Wir haben auch nicht unser ganzes musikalisches Repertoire geändert. Von daher war das kein Problem», sagt Fabian Ruppli von den Rüssguslern. Auch bei den Kostümen gab man sich alle Mühe. «Wir haben viele alte, traditionelle Figuren dabei wie etwa die ‹alti Dante›, den ‹Blätzlibajass› oder sechs ‹Junterössli›. Und auch der charakteristische ‹Waggis› darf natürlich nicht fehlen», erklärt Marco Thomann von Nostradamus.

Doch das Ziel sei es nicht, die Basler Fasnacht zu kopieren, sagt Ruppli. «Wir wollen die Basler Fasnacht repräsentieren, aber mit Luzerner Einfluss. Man darf schon erkennen, dass wir Luzerner sind.» Und so findet man zwischen den Basler Sujets auch ein paar Luzerner Motive. Beispielsweise auf den grossen, 2 Meter hohen Laternen, die jede Gruppe gebastelt hat. «Das Bild auf unserer Laterne ist ein Luzerner Fasnachtsplakat aus den 60er-Jahren», sagt Thomann. Die Laternen sollen an den Morgestraich erinnern, quasi das Basler Pendant zu unserer Tagwache. Dann erlöschen alle Lichter in Basel – nur die Laternen erhellen den frühen Morgen.

Nebst den grossen, 2 Meter hohen Laternen zieren auch um die 80 Kopflaternen die Grende der Rüssgusler und der Mitglieder des Tambourenvereins. Zusätzlich gibt es 40 Stablaternen für die Rüssgusler und Nostradamus. Beleuchtet werden die Laternen mit kleinen LED-Lämpchen, das Licht betätigt man mit einer Schnur, wie früher bei Stubenlampen. «Ich freue mich schon darauf, wenn am SchmuDo zwei Minuten vor der Tagwache ein Klicken durch die Runde geht und alle an der Schnur der Laterne ziehen. Dann sieht man erstmals das Lichtermeer, das einen umgibt», sagt Thomann.

Basler fühlen sich geehrt

Der Wind trug die Nachricht von der Ehrung Sepp Ebingers sowie der Basler Fasnacht bis an die Stadt am Rhein. Das dortige Fasnachts-Comité war von der Idee so begeistert, dass es beschloss, der Luzerner Fasnacht beizuwohnen. «Fünf Delegierte des Comités kommen am Fasnachtsmontag nach Luzern», sagt Thomann. «Wir freuen uns ausserordentlich, dass wir so hohen Besuch bekommen und aus unserer Idee eine so grosse Sache wurde.» Ein grosse Sache – so darf man dieses Projekt wohl bezeichnen. Denn die Basler Fasnächtler wollen sich im Gegenzug bei den Luzernern revanchieren – und sorgen für eine Premiere. So dürfen die drei Luzerner Gruppen am Cortège – so heisst der Umzug in Basel – mitlaufen. Die Basler Delegierten kommen zudem mit vollen Händen nach Luzern. Im Gepäck haben sie drei sogenannte Zugsplaketten. «Solche Plaketten gibt es normalerweise nur für Basler. Dass wir als Luzerner nun eine solche Plakette bekommen, sogar noch vor den Baslern, das ist eine absolute Premiere», so Thomann.

Hinweis

Nostradamus, Rüssgusler und Tambourenverein werden gemeinsam an beiden Luzerner Umzügen laufen. Weiter werden sie am Corso in Ebikon, am Monstercorso in Luzern sowie am Cortège in Basel teilnehmen.

Tambourenverein, Rüssgusler und Nostradamus kombinieren dieses Jahr die Basler und die Luzerner Fasnacht mit ihren Sujets.Bilder: Corinne Glanzmann (Emmenbrücke, 20. Februar 2017)

Tambourenverein, Rüssgusler und Nostradamus kombinieren dieses Jahr die Basler und die Luzerner Fasnacht mit ihren Sujets.Bilder: Corinne Glanzmann (Emmenbrücke, 20. Februar 2017)

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