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Ufhusen: Der lange Weg zum Wipfelpfad im Äschwald

Im luzernisch-bernischen Grenzgebiet soll die Eiszeit erlebbar gemacht werden. Unter anderem mit einem Baumkronenweg im Äschwald bei Ufhusen. Die Wertschöpfung soll gross sein – die Hürden sind es ebenso.
Urs-Ueli Schorno
Der erste Baumwipfelpfad der Schweiz im Neckertal im Kanton St. Gallen wurde im Mai eröffnet. (Bild: Hanspeter Schiess, 28. August 2018)

Der erste Baumwipfelpfad der Schweiz im Neckertal im Kanton St. Gallen wurde im Mai eröffnet. (Bild: Hanspeter Schiess, 28. August 2018)

Uschi Tschannen ist dieser Tage voll in Schuss. Die Projekt-Koordinatorin weibelt in Zell, Ufhusen und Huttwil für ihr Herzensprojekt: das Mammutland. Dieses soll unter einem Dach 15 naturnahe Angebote zusammenfassen und die Eiszeit erlebbar machen. Das überregionale 16,5-Millionen-Franken-Projekt wurde vor sechs Jahren von ihr und Pro Regio Huttwil initiiert. Gemeinsam mit den Tourismusregionen Oberaargau, Emmental und Willisau sowie mit Walter Rohrbach und Werner Stark (pronatour) bildet Tschannen das Kernteam.

«Die Leute hörten uns sehr aufmerksam zu», sagt Tschannen nach der Informationsveranstaltung in Zell, wo rund 70 Personen den Ausführungen von Werner Stark von der Inszenierungs-Firma pronatour lauschten. Was er dort zu erzählen hatte: In der Grenzregion von Luzern und Bern hat das Projekt-Team endlich den perfekten Wald für einen wichtigen Teil seines Vorhabens gefunden: den Äschwald.

Unter einem Dutzend Wäldern, die geprüft wurden, stach er durch seine gute verkehrstechnische Erreichbarkeit heraus. Aber auch, weil er selbst in der Eiszeit eisfrei blieb, und so den namensgebenden Mammuts vor langer Zeit einen Lebensraum bot. Zudem weist er eine einzigartige Bodenstruktur und Baumzusammensetzung auf, die sich für einen «Leuchtturm» im Projekt, einen Baumkronenweg, besonders gut eignet. Vom Boden aus startend sollen dereinst nämlich die jährlich bis zu 150000 erwarteten Besucher des Natur-Erlebnisparks in 22 Metern Höhe durch die Baumwipfel des Äschwalds spazieren können.

Durch Willisau stampften einst die Mammuts

Einen solchen Baumwipfelfad gibt es bereits im St. Gallischen Mogelsberg. Auch dieses Projekt mit Kosten von rund 3,8 Millionen Franken brauchte Zeit: Sieben Jahre verflossen von der Idee bis zur Realisierung, die nicht ohne Schwierigkeiten über die Bühne ging. Rund 5,7 Millionen Franken soll die Errichtung des Pfades im Ufhuser Äschwald kosten.

Der andere Leuchtturm im Mammutland ist ein Erlebnispark, der in Huttwil als multimediale Ausstellung mit grossem Outdoor-Spielplatz geplant ist. Dass beide Kantone als Standorte vertreten sind, sei für das Gelingen entscheidend. «Die Region Willisau, wo ebenfalls Mammutfragmente gefunden wurden, muss unbedingt Teil des Projekts sein», betont Tschannen. «Step by Step» wolle man nun vorgehen. In internen Gesprächen wurde der Kontakt zu den Waldbesitzern hergestellt. Diese zeigen sich laut Tschannen interessiert. Dennoch dürften die Verhandlungen diffizil werden. Zum einen, weil es sehr viele Waldbesitzer gibt, zum anderen, weil auch weitere Anspruchsgruppen wie die Jäger sich im Zuge der Planung noch einbringen wollen werden. Auf Anfrage gaben sich die Weidmänner bedeckt – man habe sich noch nicht mit dem Projekt beschäftigt.

An den Präsentationen ist auch die Frage aufgekommen, ob es dem gross angelegten Projekt nicht wie dem Mystery-Park in Interlaken ergehen könne – dass nämlich nach anfänglicher Euphorie plötzlich gähnende Leere herrschte. «Wir sind völlig anders aufgestellt», entgegnet Tschannen. «Wir stampfen nicht einfach etwas aus dem Boden, das keinerlei Bezug zur Region hat, sondern wollen auch bestehende Lehrpfade und Angebote mit einbeziehen. Zudem ist geplant, die Angebote laufend zu erweitern.»

Erlebnispark soll bis zu 135 Stellen schaffen

Noch bevor der genaue Verlauf des Wipfelpfades festgelegt wird, müssen die Macher die Finanzierung sichern. Diese ist ehrgeizig. «Einen Kredit über 16,5 Millionen Franken werden wir von den Banken nicht bekommen», weiss Tschannen. Doch ist sie überzeugt, dass sich Sponsoren finden lassen. «Mit unserem Businessplan können wir die Wertschöpfung für die ganze Region aufzeigen.» So sollen nach fünf Jahren 35 Vollzeitstellen geschaffen werden, die unter anderem mit Marketingfachkräften, Rangern, Gastronomen oder Shopverkäufern besetzt werden. «Wir rechnen zudem mit zusätzlichen 100 Vollzeitstellen, die rund um den Park entstehen. Vom Bauernhof über die lokale Gastronomie bis zu weiteren Zulieferern.»

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