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UFHUSEN: Hier gibt der Esel den Takt an

An der gestrigen Bettagswanderung wurde der Eselpreis 2016 vergeben. Erhalten hat ihn Josef Stöckli, den man als Denker und stillen Schaffer kennt.
Monika Van De Giessen
Josef Stöckli (Mitte) durfte gestern den diesjährigen Eselpreis in Empfang nehmen. Flankiert wird er von Esel Bimbo und dessen Halter Jules Rampini sowie Marcel Sonderegger von der Projektgruppe «Wieder mehr Sonntag».Bild: Pius Amrein (Ufhusen, 18. September 2016)

Josef Stöckli (Mitte) durfte gestern den diesjährigen Eselpreis in Empfang nehmen. Flankiert wird er von Esel Bimbo und dessen Halter Jules Rampini sowie Marcel Sonderegger von der Projektgruppe «Wieder mehr Sonntag».Bild: Pius Amrein (Ufhusen, 18. September 2016)

Zum 18. Mal lud die Projektgruppe «Wieder mehr Sonntag» zur traditionellen Bettagswanderung ein. Diese führte von Hofstatt/Luthern zum Möhrenhof nach Ufhusen. Abschluss und gleichzeitig Höhepunkt des Tages ist jeweils die Übergabe des Eselpreises. Den Eselpreis verleiht die Projektgruppe um den Surseer Marcel Sonderegger an Personen, die sonst eher abseits des Rampenlichts stehen. Die Bettagswanderung, an der 80 Personen teilnahmen, wird abwechslungsweise immer in einem anderen Kantonsteil durchgeführt.

Das Spezielle daran: Ein oder mehrere Esel begleiten jeweils die Wanderer. Gestern war es der Esel Bimbo von Besitzer Jules Rampini. Warum Eselpreis? «Wer mit einem Esel wandert, der überlässt dem Tier die Kontrolle über das Tempo», erklärt Marcel Sonderegger. Die oft gehörte Bezeichnung «störrischer Esel» sei eine Beleidigung für einen jeden Esel. Ein Esel beobachte gut und wäge ab, so Sonderegger. «Anschubhilfe» brauchte Bimbo aber gestern dennoch. Er weigerte sich, eine Brücke zu überqueren. Mit vereinten Kräften, gutem Zureden und Karotten klappte es dann doch noch.

«Will kommen. Willkommen»

Die Landeskirchen und die Luzerner Regierung stellen jeweils den eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag unter ein Motto. «Will kommen. Willkommen», lautete jenes des Bettags 2016. «Als Kirche sollten wir das ernst nehmen und versuchen, eine Gemeinschaft zu sein, in der sich möglichst viele Menschen angenommen, verstanden und willkommen fühlen dürfen», erklärte Pastoralassistent Jules Rampini.

Die durchwegs positiv gemeinte Anerkennung Eselpreis ging an Josef Stöckli (72) aus Ufhusen. Der pensionierte Sekundarlehrer und frühere Gemeindepräsident von Ufhusen war völlig überrascht. «Eigentlich wurde ich als Wanderleiter engagiert. Jetzt weiss ich, warum», sagte Stöckli und lachte. Die Laudatio hielt André Aregger, Gemeindeschreiber von Ufhusen. Er sagte, dass sich der Esel in zahlreichen Sprichwörtern wiederfinde. Und in diesen Sprichwörtern sei auch der Eselpreisträger wieder erkennbar (Beispiel: «Der Esel hat lieber Stroh denn Gold»). Er würdigte Josef Stöckli als Denker und stillen Schaffer. «Seine Bescheidenheit, eben lieber Stroh denn Gold, täte wohl manchem gut», betonte Aregger. Stöcklis Engagement und der Dienst an der Allgemeinheit, verbunden mit seinem starken Vereinsdenken, seien gerade in der heutigen Zeit das A und O für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Ziel der Bettagswanderung ist es, die Bedeutung des Sonntags als Ruhetag zu unterstreichen. «Der Sonntag ist gefährdet. Wir wollen keinen Klamauk am Sonntag, keinen Einkaufsrummel, kein Fussballchaos und nicht sieben Tage lang eine 24-Stunden-Gesellschaft», betonte Marcel Sonderegger. Unter den rund 80 Teilnehmern der gestrigen Wanderung war auch Alois Häcki aus Luzern. Dieser schloss sich Sondereggers Meinung an: «Man sollte sich mehr Zeit nehmen und den Sonntag wie früher zu einem Wander- oder Spaziertag machen.»

Monika van de Giessen

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