Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UFHUSEN: Lahme Rinder aus Ufhusen vom Schmerz erlöst

Ein Teil der 31 Rinder, die Mitte Dezember vom Veterinäramt beschlagnahmt worden sind, wurden eingeschläfert oder geschlachtet. Wie lange die restlichen Tiere noch in Obhut des Kantons bleiben, ist offen.
Hier, im Ortsteil Rufswil, wurde am Dienstag ein Teil der Rinder abtransportiert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Ufhusen, 20. Dezember 2017))

Hier, im Ortsteil Rufswil, wurde am Dienstag ein Teil der Rinder abtransportiert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Ufhusen, 20. Dezember 2017))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Es war ein Fall, der schweizweit für Aufsehen sorgte: Am 19. Dezember beschlagnahmte das Luzerner Veterinäramt 31 Rinder von einem Hof im Luzerner Hinterland, da diese an teils gravierenden Gesundheitsproblemen litten (wir berichteten). Jetzt gibt das Veterinäramt bekannt: Ein Teil der Tiere musste im Anschluss an die Untersuchung geschlachtet oder eingeschläfert werden. Für die verbleibenden, in Obhut genommenen Tiere ist weiterhin das Veterinäramt zuständig.

Wie viele Tiere genau eingeschläfert oder geschlachtet wurden, kann Kantonstierarzt Otto Ineichen nicht sagen. «Das fällt unter das Amtsgeheimnis», sagt er. Und gibt doch einen Hinweis: «Es sind nur wenige.» Die Rinder, die auf der Schlachtbank gelandet sind, hätten den normalen Prozess durchlaufen wie alle anderen zu schlachtenden Tiere auch. Im Schlachtbetrieb wurde die amtliche Fleischkontrolle vorgenommen und das Fleisch als «genusstauglich» beurteilt.

Versteigerung oder Rückgabe nicht geplant

Sind die Schlachtungen und Einschläferungen ein Zeichen dafür, dass der Zustand der Tiere schlechter ist, als zuerst angenommen? Das könne man so nicht sagen, erklärt Ineichen. Nach ersten Abklärungen im Stall, die zur Beschlagnahmung geführt habe, hätten Tierärzte
die Rinder ein zweites Mal untersucht. Diese ausführlichere Untersuchung hätte zum Entscheid geführt, einige Tiere zu schlachten oder einzuschläfern.

Wie lange die verbleibenden Rinder noch in Obhut des Veterinärdienstes bleiben, ist offen. An eine Rückgabe der Tiere an deren Besitzer oder eine Versteigerung ist wohl im Moment nicht zu
denken. Ineichen: «Die beschlagnahmten Tiere werden noch eine Weile bei uns bleiben.» Das Verfahren entscheide, wie es mit Besitzer und Tieren weitergehe.

In der Mitteilung schreibt der Veterinärdienst, dass er die Situation der auf den Höfen verbliebenen, nicht beschlagnahmten Tiere laufend überprüfe und bei Bedarf die notwendigen Massnahmen einleite. «Wegen des Amtsgeheimnis und auch aus strategischen Überlegungen können wir nicht sagen, wie und wie oft wir die Betriebe überprüfen», sagt Ineichen. Auch ob im Zuge dieser Überprüfungen weitere Tiere beschlagnahmt worden sind oder ob sich der Bauer an die vom Veterinärdienst auferlegten Auflagen hält, ist nicht in Erfahrung zu bringen.

«Für meinen Mandanten ist es eine Tragödie»

Der Anwalt des Landwirts, Beat Hess aus Luzern, sagte gegenüber unserer Zeitung Folgendes: «Wir haben bereits am 22. Dezember gegenüber der ‹Luzerner Zeitung› gesagt, dass wir prüfen werden, ob die Intervention des Veterinärdienstes gerechtfertigt war.» Trotz Gesuch hätten sie aber noch nicht alle Akten zu diesem Fall erhalten. «Für meinen Mandanten ist es eine Tragödie, dass einige seiner Tiere geschlachtet wurden. Das tut weh.» Eine Stellungnahme zum Vorgehen des Veterinärdienstes und konkret zur Tötung einiger Tiere sei aber erst nach vollständiger Akteneinsicht möglich. «Wir werden uns dann sehr wohl dazu äussern», sagt Hess.

Im Zuge der Beschlagnahmung der Rinder hatte auch die Milchverarbeiterin Emmi die Zusammenarbeit mit dem Bauern beendet. Auf Anfrage bestätigt Sprecherin Sibylle Umiker, dass Emmi die Milch des betreffenden Betriebs seither nicht mehr abgenommen hat.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.