«Abstände wurden nicht mehr eingehalten» – Ufschötti war am Pfingstwochenende der Treffpunkt in der Stadt Luzern

Übers Pfingstwochenende waren im Kanton Luzern sehr viele Menschen unterwegs, um die Sonne zu geniessen. Die Polizei war verstärkt präsent. Es kam zu Staus und vollen Zügen.

René Meier
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Sonnenhungrige tummeln sich auf der Ufschötti.

Sonnenhungrige tummeln sich auf der Ufschötti.

Bild: Leserreporter (Luzern, 1. Juni 2020)

In der Stadt Luzern war die «Ufschütti» am Pfingstwochenende der «Hotspot». Die Polizei schätzte alleine am Pfingstmontag über 2000 Personen. Die Abstandsregeln wurden kaum mehr eingehalten, schreibt die Luzerner Polizei am Pfingstmontag in einem Communiqué. Auf Anfrage präzisiert die Mediensprecher Christian Bertschi: «Die Sonnenhungrigen sassen Badetuch an Badetuch. Wenn die Polizei die 2-Meter-Abstandregeln hätte durchsetzen müssen, wäre das nicht mehr verhältnismässig gewesen.» Bertschi appelliert an die Eigenverantwortung der Personen und empfiehlt, vielfrequentierte Orte zu meiden. Und die Polizei stellt fest: «Praktisch alle anderen Grünflächen in der Stadt Luzern – mit Ausnahme der Lidowiese – waren kaum frequentiert.» Es hätte also genügend Flächen gegeben, um sich ungestört aufzuhalten. Bertschi: «Offenbar zieht es einfach alle auf die Ufschötti.» Die Polizei habe die Menschen auf die Abstandsregeln aufmerksam gemacht und das Gespräch gesucht, aber keine Bussen verteilt.

Schon am Samstag und Sonntag war die «Ufschütti» ein beliebter Aufenthaltsort. Wegen Ruhestörungen mussten dort auch in den Nächten Polizeieinsätze verzeichnet werden.

Bild: Leserreporter (Luzern, 1. Juni 2020)

Am Samstag waren weitere Lockerungen der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie in Kraft getreten. So sind spontane Versammlungen mit über fünf bis 30 Personen erlaubt, was vielerorts genutzt wurde. Die Distanz- und Hygieneregeln gelten aber weiterhin.

Am Pfingstmontagnachmittag kam in der Innenstadt und insbesondere über die Seebrücke wegen vielen Ausflüglern der Verkehr mehrmals zum Stillstand. Auch an den Quais tummelten sich sehr viele Personen. Eine unbewilligte Demonstration konnte die Luzerner Polizei am Pfingstsamstag auf dem Bahnhofplatz in Luzern im Keim ersticken. Es wurden mehrere Personenkontrollen durchgeführt, ein halbes Dutzend formlose Wegweisungen ausgesprochen sowie eine Person festgenommen.

Im Kanton Luzern stellte die Polizei übers verlängerte Pfingstwochenende «ein hohes Personen- und Verkehrsaufkommen» fest. Viele Naherholungsgebiete wurden stark frequentiert, so zum Beispiel das Eigenthal, der Sonnenberg ob Kriens sowie generell die See- und Flussufer. Auf den Strassen herrschte zwar ein recht hohes Verkehrsaufkommen, die Polizei musste aber nur zu wenigen Einsätzen ausrücken.

Auch die Zentralbahn transportierte an Pfingstmontag viele Passagiere, wie dieses Leserbild bei der Einfahrt in den Bahnhof Luzern zeigt.

Grund dafür ist laut einem Zentralbahn-Sprecher den Ausfall des Luzern-Engelberg-Express in Dallenwil. Dort stand keine Ersatzkomposition bereit, wonach die Passagiere in die S-Bahn umstiegen.

Offenbar tragen die Reisenden auch kaum Schutzmasken, obwohl in den Fahrzeugen gezeigte Videos die Passagiere dazu ermuntern. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, im öffentlichen Verkehr Masken zu tragen.

Reger Ausflugsverkehr führt zu Stau

Wegen des Ausflugsverkehrs kommt es am Pfingstmontag zu langen Staus. Auf der A2 zwischen Stans Nord und Hergiswil staute es auf mehreren Abschnitten.

In Folge dessen kommt es auch auf der A8 zwischen Sarnen-Nord und der Verzweigung Lopper zu stockendem Verkehr auf mehreren Abschnitten. Auch über den Brünig in Richtung Luzern staute es:

Reisende mussten mit über einer Stunde Zeitverlust rechnen.

Auch auf der Axenstrasse in Richtung Norden stockt es wegen Verkehrsüberlastung. Es staute gar zurück bis auf die Autobahn A2, Verzweigung Altdorf.

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