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UHREN: Weltneuheit aus Luzern

An der Stiftstrasse stellt das Ehepaar Hess Uhren her, die so viel kosten wie ein Kleinwagen. Nach drei Jahren Entwicklungszeit präsentieren sie ihr neustes Modell: eine Uhr, die wie Schnee in der Sonne glitzert.
Christian Hodel
Das neuste Modell, die Diamond Dust, wurde am Samstag offiziell vorgestellt. (Bild: Pius Amrein/PD (Luzern, 10. März 2017))

Das neuste Modell, die Diamond Dust, wurde am Samstag offiziell vorgestellt. (Bild: Pius Amrein/PD (Luzern, 10. März 2017))

Christian Hodel

christian.hodel@zentralschweizamsonntag.ch

Am Anfang steht nicht mehr als ein einfaches Stück Messing. Dann beginnt die Handarbeit. Walter Hess fräst, dreht, feilt und schleift – solange, bis ihm das Gehäuse passt. Es geht um Hundertstel-, gar Tausendstelmillimeter, die entscheiden, ob der Uhrenmacher mit seinem Prototyp zufrieden ist oder nicht. «Jedes Detail macht letztlich das Gesamtbild», sagt Walter Hess.

Seit sieben Jahren stellt er zusammen mit seiner Frau Judith Hess Uhren her. Drei Modelle in verschiedenen Varianten und Ausführungen haben sie erschaffen. Am Samstag haben sie ihr neustes Design vorgestellt. Drei Jahre Entwicklungszeit der Uhr, die einen visuellen Eindruck hinterlässt, der in der Branche einzigartig ist.

Der Herstellungsprozess bleibt geheim

«Diamond Dust» nennt sich das Uhrenmodell. Die Weltneuheit ist die Beschaffenheit des Manufaktur-Zifferblatts, das mit der Firma Cador entwickelt worden ist. Je nach Lichteinfall verändert sich die Uhr: Mal wirkt das Zifferblatt heller oder dunkler, mal glitzert es mehr oder weniger – wie wenn Sonnenstrahlen auf Schnee treffen. Erzeugt wird der Effekt durch Diamantenstaub, der auf den Zifferblättern eingearbeitet ist. Wie dieser auf die Uhr kommt, bleibt ein Geheimnis. «Den genauen Herstellungsprozess verraten wir nicht. Fakt ist, so was ist einzigartig auf der Welt», sagt Walter Hess.

Ein Nischenmarkt, der Touristen lockt

Die Idee für die «Diamond Dust» kam ihm bei der Arbeit an der Schleifmaschine, wo kleinste Diamantenstaubpartikel freigesetzt werden, die glänzend in der Luft umherschwirren. Warum diese Teile nicht auf eine Uhr bringen?, fragte sich Hess. Er begann zu tüfteln, bis er schliesslich das für ihn optimale Design fand. «Eine Uhr soll ein Stilvorbild sein. Bei mir dreht sich vieles ums Design», sagt Hess. Dies zeigt sich auch in seiner Uhrenmanufaktur an der Stiftstrasse, die nicht nur Uhrenladen, sondern auch Atelier ist. Mit der Galeristin Evelyne Walker teilt sich das Ehepaar das Lokal. Künstler wie der Luzerner Origami-Künstler Sipho Mabona stellen hier aus. Schönes trifft auf Schönes. Es ist ein Ort für Leute, die bereit sind, für gutes Design und etwas Handgefertigtes viel Geld auszugeben.

Zwischen 8400 und 12 500 Franken kostet eine Hess-Uhr. Ihre Uhren verkauft das Ehepaar weltweit – nicht in Massenproduktion, sondern ein paar Dutzend Stücke pro Jahr.

Es seien vor allem Schweizer, aber auch Amerikaner, Inder oder Australier, die hierherkommen und etwas Persönliches für sich suchen würden, sagt Judith Hess. Verschiedene Reisebüros machen mit ihren Individualtouristen bei Hess Uhren und der Galerie Vitrine in Luzern Halt. Konkurrenzdruck würden sie nicht direkt spüren. «Wir sprechen Kunden an, die etwas Besonderes suchen. Der persönliche Kontakt zu ihnen ist uns wichtig», sagt Judith Hess und ihr Mann fügt an: «Leider sehen wir unsere Kunden nicht so oft. Doch das ist auch gut so. Dann wissen wir, dass alles in Ordnung ist.»

Hinweis

Mehr Informationen finden Sie unter: www.hessuhren.ch und www.galerie-vitrine.ch

Walter und Judith Hess in ihrem Uhrenatelier an der Stiftstrasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein/PD (Luzern, 10. März 2017))

Walter und Judith Hess in ihrem Uhrenatelier an der Stiftstrasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein/PD (Luzern, 10. März 2017))

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