Um dem Energiestadt-Label gerecht zu werden: Eschenbach heizt mit einheimischem Holz

Vier Jahre lang war die neue Heizzentrale Eschenbach in Planung, seit fünf Monaten ist sie in Betrieb. Ein Zwischenfazit.

Livia Fischer
Drucken
Teilen
In diesem neuen Gebäude an der Rothenburgstrasse in Eschenbach befindet sich die nachhaltige Heizzentrale.

In diesem neuen Gebäude an der Rothenburgstrasse in Eschenbach befindet sich die nachhaltige Heizzentrale.

Bild: PD

«Die Gemeinde Eschenbach nimmt ihr Label Energiestadt ernst», heisst es in der Medienmitteilung der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz. Denn: Seit Anfang Dezember 2019 versorgt die lokale Heizzentrale der Energieverbund Eschenbach AG im Gebiet Lindenfeld rund 100 Wohneinheiten sowie die Gemeinde- und Schulanlagen. Das Motto: Gemeinsam die Wärme aus der Natur nutzen.

Befeuert wird der Heizkessel mit Hackschnitzeln aus Eschenbach und Umgebung. «Über ein Fernwärmenetz gelangt das erwärmte Wasser in isolierten Rohren schliesslich zu den einzelnen Wärmebezügern im Dorf», erklärt Albert Amstutz. Der Geschäftsführer des Energieverbundes ist zufrieden, wie das Projekt angelaufen ist und schwärmt:

«Gerade mit den Grundeigentümern haben wir sehr gute und wohlwollende Erfahrungen gemacht.»

Ziel sei es, Eschenbachs Bewohner «möglichst schnell von fossilen Heizungen wegbringen» – hin zu erneuerbarer Energie. Aber trotz des guten Starts bedauert Amstutz: «Es gibt noch viel ungenutztes Potenzial.» Heisst, dass immer noch viele mit einem Ölkessel heizen. Damit sich dies so rasch wie möglich ändert, vergibt die Gemeinde als zusätzlichen Anreiz noch bis Ende Jahr sogenannte Starthilfen von 400 Franken pro Anschluss.

Zwei weitere Heizkessel geplant

Der erste Heizkessel befindet sich im neu erstellten Gebäude an der Rothenburgstrasse. «Der Holzbau konnte mit 100 Prozent Schweizer Holz in Tragwerk und Fassade erstellt werden und wird dafür mit dem ‹Label Schweizer Holz› ausgezeichnet», sagt Amstutz stolz. Und bald schon wird das Angebot ausgebaut. Noch im Mai soll der Spatenstich für die zweite Etappe Fernleitungsbau erfolgen, die Teile des Unterdorfes bis zur alten Kantonsstrasse erschliesst. «Das Baugesuch ist eingereicht und es sind keine Einsprachen eingegangen», so Amstutz. Wann der zweite Heizkessel reinkomme, hänge von der Nachfrage ab: «Es ist ein dynamischer Bau.»

So sieht die Heizzentrale aus.

So sieht die Heizzentrale aus.

Bild: PD

Die übernächste Ausbauetappe erschliesst dann noch weitere Gebiete der Gemeinde; der Wärmebedarf wird mit dem dritten und zunächst letzten Heizkessel gedeckt. Dieser Schritt erfolge in den nächsten fünf bis sechs Jahren – wann genau, weiss Amstutz noch nicht. Im Endausbau hätten die Heizkessel aber eine Gesamtleistung von rund 4 Megawatt. «Damit könne 400 bis 500 Einfamilienhäusern oder 800 bis 900 Wohneinheiten beheizt werden», sagt Amstutz. Er betont, dass es aber selbst dann noch weitere Kapazitäten hätte. Etwa, wenn bestehende Liegenschaften saniert und wieder Leistungen frei würden, um andere Gebäude zu versorgen.

Mehr zum Thema