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Um für Katastrophen gerüstet zu sein: Stadt Luzern plant externen Standort für ihre IT-Infrastruktur

Derzeit betreibt die Stadt Luzern ein einziges Datacenter in ihren eigenen Räumen. Fällt dieses länger aus, droht ein Chaos. Für total 1,4 Millionen Franken will der Stadtrat die Infrastruktur nun aufrüsten.
Stefan Dähler

Alles unter einem Dach: Das Datacenter, also die Hardware-Infrastruktur für den Betrieb der IT-Dienstleistungen der Stadt Luzern, befindet sich in einer stadteigenen Räumlichkeit – wo genau, wird aus Sicherheitsgründen nicht kommuniziert. Was praktisch klingt, birgt ein grosses Schadenspotenzial. Fällt das Datacenter aus – etwa wegen eines Feuers, Hochwassers oder Erdbebens – drohen sämtliche städtische IT-Systeme für die Dauer eines Monats oder gar noch länger auszufallen. Das schreibt der Stadtrat in einem am Montag veröffentlichten Bericht und Antrag.

Andere Städte und der Kanton würden schon heute zwei Datacenter oder gar mehr betreiben, sagt die zuständige Stadträtin Franziska Bitzi Staub (CVP). Sie fügt an:

«Ein einzelnes Datacenter ist heutzutage nicht mehr zu verantworten.»

Welche Folgen ein Ausfall hätte, hänge vom Ausmass des Schadens ab, so Bitzi weiter. Klar sei aber, dass die Abhängigkeit von der Technologie zunimmt. «Die Telefonie funktioniert über die Computer und viele Dossiers sind nur noch online verfügbar.»

Darum will der Stadtrat mit dem Bezug eines zweiten, externen Datacenters vorsorgen. Sollte eines komplett ausfallen, stünden innerhalb von maximal vier Stunden alle Dienste ohne Datenverlust am anderen Standort zur Verfügung. Im «Normalbetrieb» bringt ein zweites Datacenter ebenfalls Vorteile, etwa, dass die Systeme auch während Updates oder Wartungsarbeiten nutzbar sind. Hauptgrund für die Ausweitung sei aber klar die Erhöhung der Sicherheit und der Verfügbarkeit.

Geeignet für das zweite Datacenter ist laut Stadtrat der Wartegg-Stollen neben der Kanti Alpenquai. Die Stadt soll sich bei ihrer Tochterfirma EWL (Energie Wasser Luzern) einmieten, die in der ehemaligen Zivilschutzanlage ein Rechenzentrum realisiert. Hier der Zugang zum Stollen:

(Bild: Pius Amrein, Luzern, 30. Januar 2019)

(Bild: Pius Amrein, Luzern, 30. Januar 2019)

Der Bezug des Stollens dürfte in etwa zwei Jahren möglich sein, schreibt der Stadtrat. Konkret soll das zweite städtische Datacenter Ende 2021 in Betrieb gehen. Bis dahin sollen in einer ersten Etappe Massnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit im bestehenden Datacenter und dessen Leistungsfähigkeit sowie Energieeffizienz zu erhöhen. Vorgesehen ist unter anderem:

  • Einrichtung eines zweiten, temporären Datacenters in einem anderen städtischen Raum, um das Ausfallrisiko zu mindern. Dieses soll dann 2021 in den Wartegg-Stollen verschoben werden.
  • Erstellen einer Brandschutzwand im bestehenden Datacenter sowie Etablierung einer 24-Stunden-Notfallorganisation im Störungsfall.
  • Ersatz von veralteter Infrastruktur im bestehenden Datacenter.

Für diese erste Etappe beantragt der Stadtrat dem Parlament nun einen Investitionskredit von rund 1,1 Million Franken. Hinzu kommen höhere Betriebs- und Personalkosten von jährlich 200'000 Franken. Hochgerechnet auf zehn Jahre ergibt das Mehrkosten von total rund 3,1 Millionen Franken. Der Grosse Stadtrat entscheidet voraussichtlich am 27. Juni darüber. Stimmt er zu, sollen die Massnahmen ab Juli umgesetzt werden.

Stadtrat plant weiteren Kreditantrag

Für die Einrichtung des externen Datacenters im Jahr 2021 will der Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren Kredit beantragen. Er rechnet mit zusätzlichen Investitionen von 0,35 Millionen Franken. Die jährlichen Mehrkosten, etwa aufgrund der Miete, würden dann auf 0,7 Millionen Franken steigen.

Dass die Stadt den Wartegg-Stollen nutzen wird, ist noch nicht sicher. «Das wäre unser Wunsch und wir sind auch schon mit EWL in Kontakt», sagt Bitzi. Sollte diese Lösung nicht zustande kommen, müsste ab Januar 2021 ein anderer externer Anbieter im Raum Luzern gesucht werden.

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