Haldenstrasse Luzern
Shoppen, Lernen und Wohnen statt Tanzen: Früheres El-Cartel-Haus wird aufgestockt

Im leerstehenden Club hinter dem Hotel National plant die Eigentümerin ein Ladengeschäft, Räume für die HSO-Schule und 15 möblierte Apartments. Noch blockiert eine Einsprache das Projekt.

Roman Hodel
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Jahrzehntelang gingen in diesem Haus an der Haldenstrasse 21 in Luzern Nachtschwärmer ein und aus, zuletzt hiess der Club «El Cartel»:

Doch seit El Cartel vor eineinhalb Jahren die Seeseite gewechselt hat und ins Lakefront-Center gezogen ist, stehen die Räume leer. Nun ist klar, was die Eigentümerin mit dem Gebäude vorhat. Die Glanzmann Dreifuss Viesel AG mit Sitz in Meggen will die Liegenschaft sanieren und den Mittelteil aufstocken. «Ein Abriss und Neubau stand zur Debatte», sagt Verwaltungsratsmitglied Franz Glanzmann. «Aber nach Beratungsgesprächen mit Fachpersonen haben wir uns für eine Komplettsanierung entschieden.» Dazu zählt die Erneuerung der Heizungsanlagen, Lüftungen, Elektrik und Wasserleitungen.

Modell des sanierten Hauses mit Blick von der Haldenstrasse her.

Modell des sanierten Hauses mit Blick von der Haldenstrasse her.

Bild: PD/Glanzmann Dreifuss Viesel

Das ist die künftige Nutzung:

  • Das Erdgeschoss wird künftig von den oberen Etagen abgetrennt und soll nach dem Umbau als Retail- oder Gastrofläche genutzt werden. «Durch einen zusätzlichen Aussenbereich wird das Erdgeschoss neu auch für die Gastronomie sehr viel attraktiver», sagt Glanzmann. Die Fläche habe man noch nicht vermietet, erste Retail-Interessenten seien aber bereits in Kontakt getreten mit der Eigentümerin.
  • Im 1. und 2. Geschoss sind einerseits Schulräume geplant. Dies als Ergänzung zu den Schulräumen im Nachbargebäude Haldenstrasse 19, in dem die HSO Wirtschafts- und Informatikschule angesiedelt ist. Dieses Nachbargebäude (ehemals Galerie Fischer) gehört ebenfalls der Glanzmann Dreifuss Viesel AG.
  • Andererseits kann man im 1. und 2. Geschoss künftig auch wohnen. Vorgesehen sind 15 möblierte Wohneinheiten zur kurzfristigen Vermietung. Angesprochen sind laut Glanzmann Personen, die für einige Zeit in Luzern wohnen oder aber aus dem Ausland zurückkehren oder aus privaten Gründen vorübergehend eine neue Bleibe benötigen.
Gut zu sehen: der aufgestockte Mittelteil mit der langen Fensterfront.

Gut zu sehen: der aufgestockte Mittelteil mit der langen Fensterfront.

Bild: PD/Glanzmann Dreifuss Viesel

Auf die Frage, ob die stark befahrene Haldenstrasse überhaupt attraktiv sei zum Wohnen, antwortet Glanzmann: «Lediglich ein Apartment wird gegen die Haldenstrasse ausgerichtet sein, von den anderen 14 Apartments blickt man Richtung Parkhaus National und den Innenhof.» Der Standort eigne sich optimal für Business-Apartments, da er sehr zentral gelegen ist – der Bahnhof und das Stadtzentrum sind in Gehdistanz zu erreichen. Er sagt:

«Zudem liegt der See quasi direkt vor der Haustüre und im Gebäude nebenan befindet sich ein Fitnesspark mit Wellness-Oase.»
Die künftige Raumeinteilung im zweiten Obergeschoss mit den Apartments.

Die künftige Raumeinteilung im zweiten Obergeschoss mit den Apartments.

Bild: PD/Glanzmann Dreifuss Viesel

Die Wohneinheiten werden von der Glandon Apartments AG betrieben, bei der Franz Glanzmann ebenfalls im Verwaltungsrat sitzt. Der Name dürfte einigen Leuten geläufig sein. In der Stadt Luzern bietet Glandon bereits rund 100 solche Apartments an – unter anderem in einem Gebäude des ehemaligen Hotels Union am Löwenplatz. Schweizweit besitzt Glandon in vielen grösseren Städten total rund 650 Apartments.

Das Baugesuch wurde vor rund einem Monat eingereicht. «Es ist eine Einsprache eingetroffen, die das Projekt jedoch nicht verzögern sollte», so Glanzmann. Der weitere Zeitplan sei von der Baubewilligung abhängig.

Beim Nachbargebäude ist ebenfalls ein Baugesuch hängig

Vorwärtsgeht es auch beim Nachbargebäude Haldenstrasse 19. Hier plant Glanzmann Dreifuss Viesel AG einen Gastrobetrieb im Erdgeschoss. Die Einsprachefrist ist laut Glanzmann abgelaufen: «Sobald die Baubewilligung vorhanden ist, können wir mit dem Umbau beginnen.» Eine Vertragsunterzeichnung mit einem künftigen Mieter habe aber noch nicht stattgefunden. Theoretisch wäre es möglich, die Häuser 19 und 21 über den Innenhof zu verbinden. Hierfür gibt es jedoch keine konkreten Pläne.