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UMFRAGE: Pyro-Frage spaltet die FCL-Anhänger

Das Abbrennen von Feuerwerken gehört für jüngere Fans zum Matchbesuch dazu, ältere lehnen dies wegen der Verletzungsgefahr ab. Dies zeigt eine Befragung der Fanarbeit Luzern – und nennt eine mögliche Lösung.
Raphael Zemp
FCL-Spieler feiern zusammen mit den Fans den Sieg gegen St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 23. Oktober 2016))

FCL-Spieler feiern zusammen mit den Fans den Sieg gegen St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 23. Oktober 2016))

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Unter dem Motto «die Fans haben das Wort» haben sich 1562 FCL-Anhänger zu einer Reihe von Themen geäussert. Sie nahmen an einer repräsentativen Umfrage teil, welche die Fanarbeit Luzern lanciert hatte. Dieses «Gesamtbild der Fans», so Thomas Buchmann, Leiter der Fanarbeit, solle als Diskussionsgrundlage dienen. Nun hat die Uni Bern die Fragebogen ausgewertet. Die Resultate präsentierte Buchmann gestern Nachmittag im Mediencenter des FCL.

Die erfreuliche Nachricht zuerst: Die Mehrheit der Stadionbesucher fühlt sich sicher (94,4 Prozent bei Heimspielen, über 93 Prozent bei Auswärtsspielen) und lehnt Gewalt ab (rund 84 Prozent). Das sei eine Bestätigung der Fanarbeit und der Sicherheitsdienste, glaubt Buchmann.

Fans wollen Prävention statt Repression

Was Massnahmen für die Sicherheit im Stadion betrifft, so zeigt sich laut Studie eine klare Haltung: Repressive Massnahmen empfindet eine Mehrheit der FCL-Anhänger als kontraproduktiv, eine breite Akzeptanz durch alle Altergruppen und Stadionsektoren geniessen lediglich die präventive Fanarbeit und der Dialog mit der Fankurve. Eine Ausnahme bilden laut Buchmann «massvoll repressive Massnahmen» wie etwa die Videoüberwachung. Die meisten Fans sprechen sich für diese aus. Einig sind sie sich auch, dass der wichtigste Grund für einen Matchbesuch eine gute Stimmung sei. Dazu trage auch die FCL-Stehkurve entscheidend bei.

Beim Abbrennen von Feuerwerken scheiden sich hingegen die Geister der FCL-Fans. Jüngere Stadionbesucher aus der Kurve sprechen sich für bengalische Feuer aus, «weil es Stimmung in das Stadion bringt» (rund 78 Prozent) oder «weil es zur Fankultur gehört und gut aussieht» (rund 77 Prozent). Deutlich weniger Verständnis dafür haben ältere Anhänger – wegen der Verletzungsgefahr, aber auch «weil es gesetzlich verboten ist» und «den Club Bussengelder kostet». «In dieser Frage halten sich Befürworter und Gegner auch unter den Fans die Waage», kommentiert Buchmann. Auch der Bericht der Uni Bern hält fest: «Eine Lösung, die für alle Stadionbesuchenden akzeptabel ist, gibt es aktuell nicht.» Eine Möglichkeit könnte allerdings sein, einen eigenen Sektor für das Abbrennen von Pyros einzurichten.

Der Umgang mit Pyros zeigt exemplarisch, wie heterogen die Anhängerschaft des FCL ist. «Das Publikum auf der Stehtribüne ist speziell – nur schon wegen des Alters», erklärt Buchmann. Nur gerade 10 Prozent seien über 35 Jahre alt. Fans in der Kurve gehörten zudem zu den treusten und lautstärksten Unterstützern des FCL. Sie trifft man auch am häufigsten an Auswärtsspielen an. Die Umfrage zeige, so Buchmann weiter: «Die Stehrampe ist eine moderne Jugendkultur.»

FCL: «Es braucht klaren Repressionskatalog»

Erfreut ist der FCL über die Fan-Umfrage. «Die Ergebnisse helfen uns, den bewährten Weg weiterzugehen», sagt Philipp Studhalter, Verwaltungsratspräsident des FCL. Der «zwölfte Mann» sei für den FCL ein zentraler Faktor. Auch künftig werde man sich für den Dialog mit den Fans starkmachen. Aber: «Es braucht auch einen klaren Repressionskatalog.» Die vorhandenen Regeln im Stadion sollen konsequent umgesetzt werden. Die Umfrage habe zudem gezeigt, dass es dringend einen Treffpunkt vor und nach den Spielen brauche. An einer Lösung arbeite man gegenwärtig. «Spätestens auf die Realisierung der Vision 2021 werden wir diese umgesetzt haben», so Studhalter.

Keine Überraschungen birgt die Umfrage für die Luzerner Polizei. Bernhard Aregger, Chef Planung und Einsatz, spricht von einer «Bestätigung». Die Ergebnisse hätten deshalb auch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Polizeiarbeit. «Wir ziehen aus jedem einzelnen Spiel unsere Schlüsse.» Einfluss auf die Sicherheit im und ums Stadion habe hingegen der gegenwärtige Spardruck (wir berichteten). Aregger: «Wir müssen mit weniger Leuten agieren.»

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