Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UMFRAGE ZUR FANARBEIT: Pyro-Frage spaltet FCL-Anhänger

Die Fanarbeit Luzern präsentierte am Dienstagnachmittag die Resultate der breit angelegten Fan-Umfrage. Diese zeigen: So einig sich die Fans in gewissen Fragen sind, so unversöhnlich sind ihre Positionen in anderen.
FCL-Spieler feiern zusammen mit den Fans den Sieg gegen St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 23. Oktober 2016))

FCL-Spieler feiern zusammen mit den Fans den Sieg gegen St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 23. Oktober 2016))

Im letzten Herbst hat die Fanarbeit Luzern eine breit angelegte Umfrage unter dem FCL-Anhang durchgeführt. Unter dem Motto «Die Fans haben das Wort» konnten sich die Teilnehmer zu einer Reihe von Themen äussern. Das sollte – in den Worten Buchmanns – ein «Gesamtbild der Fans» ergeben und gleichzeitig als Diskussionsgrundlage dienen. 1562 FCL-Anhänger aller Sektoren und Altersklassen nahmen diese Chance wahr und füllten einen Multiple-Choice-Fragebogen aus. Ausgewertet wurden dieser von der Uni Bern. Die Ergebnisse dieser repräsentativen Umfrage präsentierte Thomas Buchmann, Leiter der Fanarbeit Luzern am Dienstagnachmittag im Mediencenter des FCL.

Die absolute Mehrheit der Stadionbesucher fühlt sich sicher (94,4 Prozent bei Heimspielen, über 93 Prozent an Auswärtsspielen) und lehnt Gewalt ab (rund 84 Prozent stimmen zu, dass Gewalt im Stadion keinen Platz hat). Das sei als eine Bestätigung der Fanarbeit und der Sicherheitsdienste zu werten, sagt Fanarbeit-Leiter Buchmann.

Buchmann: «Fans unterstützten mehr Prävention als Repression»

Was Massnahmen für mehr Sicherheit im Stadion betrifft, so zeigt sich laut Studie auch eine klare Haltung: Repressive Massnahmen empfindet eine Mehrheit der FCL-Anhänger als kontraproduktiv, eine breite Akzeptanz geniessen lediglich die präventive Fanarbeit und der Dialog mit der Fankurve. Eine Ausnahme bilden «massvoll repressive Massnahmen», wie etwa die Videoüberwachung. Die meisten Fans befürworten diese.

Einig sind sie sich auch, dass der wichtigste Grund für einen Matchbesuch eine gute Stimmung sei. Dazu trage auch die FCL-Stehkurve entscheidend bei. «Das Rahmenprogramm erachten die Umfrageteilnehmer hingegen als weniger wichtig», hält Buchmann fest.

Fankurve spricht sich mehrheitlich für Pyros aus

Am Abbrennen von Feuerwerken scheiden sich jedoch die Geister der FCL-Fans. Jüngere Stadionbesucher aus der Kurve sprechen sich für bengalische Feuer aus, «weil es Stimmung in das Stadion bringt» (rund 78 Prozent) oder «weil es zur Fankultur gehört und gut aussieht» (rund 77 Prozent). Deutlich weniger Verständnis dafür haben ältere FCL-Unterstützer, nicht zuletzt wegen der Verletzungsgefahr aber auch «weil es gesetzlich verboten ist» und «weil es den Club Bussengelder kostet».

«In dieser Frage halten sich Befürworter und Gegner auch unter den Fans die Waage», kommentiert Buchmann. Auch der Bericht der Uni Bern hält fest: «Eine Lösung, die für alle Stadionbesuchenden akzeptabel ist, gibt es aktuell nicht.» Repressive oder kollektive Massnahmen würden dieser komplexen Herausforderung aber nicht gerecht.

Der Umgang mit Pyro zeigt exemplarisch, wie heterogen die Anhängerschaft des FCL ist. «Das Stehrampenpublikum ist ein spezielles – nur schon wegen des Alters», erklärt Buchmann. Nur gerade 10 Prozent jener FCL-Anhängerschaft sei über 35 Jahre alt. Fans in der Kurve gehörten zudem zu den treusten und zu den lautstärksten Unterstützern des FCL. Sie sind es auch, die am häufigsten an die Auswärtsspiele des FCL reisen.

Ebenfalls untersucht wurde der Alkoholkonsum von FCL-Fans. Die Ergebnisse zeigen nun: Für eine Mehrheit geht Bierkonsum und Stadionbesuch Hand in Hand. «Alkohol konsumieren ist offenbar fester Bestandteil der Luzerner Fankultur», bemerken die Studien-Autoren. Es falle aber auf, dass teilweise in grossen Mengen konsumiert wird – und dies auch schon von Jugendlichen. Ein Alkoholverbot im Stadion würde aber dazu führen, dass mehr vor und nach dem Spiel getrunken würde, führt Buchmann weiter aus. «Es gibt keine kollektive Behandlungsmassnahme.»

FCL will «bewährten Weg weitergehen»

Erfreut nimmt der FCL die Fan-Umfrage zur Kenntnis. «Die Ergebnisse helfen uns, den bewährten Weg weiterzugehen», sagt Philipp Studhalter, Verwaltungsratspräsident des FCL. Der «zwölfte Mann» sei für den FCL ein zentraler Faktor, beteuerte Studhalter weiter: «Deshalb ist seine Meinung für uns besonders wichtig.» Auch künftig werde man sich für den Dialog mit den Fans stark machen. Aber: «Es braucht auch einen ganz klaren Repressionskatalog.» Nun habe man die Chance, Vertrauen aufzubauen, «für Momente, in denen es dann wieder härter zu Sache geht».

Luzerner Polizei: Nicht überrascht von Umfrage-Resultaten

Keine Überraschungen birgt die Umfrage für die Luzerner Polizei. Bernhard Aregger, Chef Planung und Einsatz, spricht gar von einer «Bestätigung». Die Ergebnisse hätten deshalb auch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Polizeiarbeit. «Wir ziehen aus jedem einzelnen Spiel unsere Schlüsse.» Einfluss auf die Sicherheit im und ums Stadion habe hingegen der gegenwärtige Spardruck (wir berichteten »). «Wir müssen mit weniger Leuten agieren», bestätigt Aregger.

Raphael Zemp

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.