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Mehr Platz am Bundesplatz in der Stadt Luzern

Der Quartierverein Hirschmatt-Neustadt wünscht sich nicht nur Verkehr am Bundesplatz. Der Vorschlag: Aus dem komplexesten Verkehrsknoten der Stadt Luzern soll ein einfacher Kreisel werden.
Ernst Zimmerli
Grafik: lsi

Grafik: lsi

Kaum ist die Farbe der letzten Massnahmen zur Optimierung des Verkehrsflusses am Bundesplatz getrocknet, meldet sich der Quartierverein Hirschmatt-Neustadt mit einer neuen Idee zu Wort: Wenn es für den Bundesplatz schon keine optimale Lösung gebe, dann zumindest eine einfache, die zudem noch viel Platz zur «sinnvollen Nutzung» bringe, schreibt der Quartier­verein in einer Mitteilung.

So soll der Kreisel stark vereinfacht werden (siehe Grafik). Grundlage für die Idee ist der Kreisel am Kreuzstutz, der gemäss dem Verein ungefähr das gleiche Verkehrsaufkommen aufweist wie der Bundesplatz. So wurde dieser Kreisel über den Bundesplatz gelegt und die zweispurigen Zufahrtsstrassen bis zum Kreisel verlängert. Die Verkehrsfläche am Kreuzstutz wurde sozusagen auf den Bundesplatz übertragen.

«Situation wird nicht schlechter»

Markus Schulthess, Co-Präsident des Quartiervereins, ist sich im Klaren darüber, dass mit der nun vorgeschlagenen Lösung die Situation für den rollenden Verkehr nicht besser wird. «Aber auch nicht schlechter», wie er betont. Schon die aktuelle Verkehrsführung löse die Verkehrsprobleme in der Innenstadt nicht, und dies werde auch der Bundesplatz von morgen nicht können.

Doch gibt es aus Sicht des Quartiervereins einige schlagkräftige Argumente, die für die vorgeschlagene Variante sprechen. So würden sich die einfache und klare Verkehrsführung sowie der Wegfall von vier der bisher acht Fussgängerstreifen positiv auf den Verkehrsfluss auswirken. Zudem würde mit der neuen ­Variante viel Platz gewonnen, der von allen und nicht nur von wenigen genutzt werden könne. Als Beispiel schwebt Schulthess ein stärkerer Aussenbetrieb der Gastronomie im Ostteil des Bundesplatzes vor. Aber auch die bereits existente Idee eines Barbetriebs bei der ehemaligen WC-Anlage erachtet er als reizvoll. Generell sei es ihm ein Anliegen, dass auf dem Bundesplatz Leben ausserhalb des Verkehrs Einzug hält. Die Neustadtstrasse würde zur Verlängerung der Velo-Achse Freigleis bis zum Bundesplatz. Der Anschluss für den motorisierten Verkehr würde über Mythenstrasse und Bleicherstrasse gewährleistet.

Für den Verein steht fest, dass die Planung und Entwicklung des Bundesplatzes nicht ausschliesslich Verkehrsplanern überlassen werden darf. «Wir brauchen eine Weiterentwicklung dieses Stadtraumes, welche Städtebau, Quartierentwicklung und die Bevölkerung mit einbezieht.»

Verkehrsplaner begrüsst Initiative des Quartiers

«Grundsätzlich ist die Idee des Quartiervereins, die Verkehrs­fläche am Bundesplatz zu reduzieren, begrüssenswert. Verkehr ist nie Selbstzweck», sagt Roland Koch, Verkehrsexperte der Stadt Luzern. «Deshalb ist es richtig, Verkehrsplanung auch nicht losgelöst von Quartierinteressen zu betreiben.» Ob ein einfacher Kreisel beim Bundesplatz allerdings praktikabel ist oder ob damit das Verkehrschaos bereits vorprogrammiert wäre, kann der Verkehrsplaner nicht ohne weiteres beantworten. «Dazu würde es sicher noch vertiefte Untersuchungen brauchen.»

Das weiss auch Markus Schulthess, der den Vorschlag als Anregung und Anstoss zur Diskussion in der Öffentlichkeit verstanden wissen will. «Wir sind in stetigem Kontakt mit Vertretern der Stadt und möchten nun auch den für die Planung zuständigen Kanton für unser Anliegen sensibilisieren.» Kein leichtes Unterfangen, denn der Kanton hat bereits verlauten lassen, den Neubau des Bundesplatzes nicht vor 2030 in Angriff zu nehmen (wir berichteten).Schulthess macht sich denn auch bezüglich des Zeitplans keine Illusionen: «Es wäre schön, wenn die neue Verkehrsführung mit der Realisation der geplanten Überbauung am Bundesplatz einhergehen würde.» Damit ergäbe sich bis in gut fünf Jahren ein Ensemble, das dem Quartier gut zu Gesicht stehen würde.

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