UMWELT: 2015 war in der Zentralschweiz ein Ozon-Sommer

Die Ozonbelastung war 2015 in der Zentralschweiz so hoch wie seit neun Jahren nicht mehr. Die Extremwerte des Sommers 2003 wurden allerdings nicht erreicht.

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Velo- statt Autofahren führen zu weniger Schadstoffen in der Luft. (Symbolbild Keystone)

Velo- statt Autofahren führen zu weniger Schadstoffen in der Luft. (Symbolbild Keystone)

Der Sommer 2015 war geprägt von einer langanhaltenden Schönwetterphase und hohen Temperaturen. Die entsprechend hohe Ozonbelastung sei vergleichbar mit jener im Sommer 2006, aber nicht so extrem wie im Jahr 2003, hält die Konferenz der Zentralschweizer Umweltdirektionen (ZUDK) in einer Mitteilung fest. Es habe eine hohe Anzahl von Überschreitungen des Stundenmittelgrenzwertes von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gegeben.

Ebenfalls überschritten wurden gemäss ZUDK im vergangenen Jahr in der Zentralschweiz die Grenzwerte für Feinstaub und für Stickstoffdioxid. Die höchsten Belastungen wurden an verkehrsreichen städtischen Standorten gemessen. Dass die Belastung nur moderat höher als im Vorjahr ausfiel, sei teilweise den günstigen Witterungsbedingungen im Herbst und Winter zu verdanken.

Die Luftreinhaltemassnahmen des Bundes, der Kantone und der Gemeinden hätten eine positive Wirkung, schreibt die ZUDK. Dies zeige der Vergleich mit früheren Jahren, etwa wenn man die Ozonwerte des «Jahrhundertsommers» 2003 mit der Belastung vom letzten Jahr vergleiche.

Es hapert mit den Partikelfiltern

Seit etwas mehr als einem Jahr gilt in der Zentralschweiz (mit Ausnahme des Kantons Schwyz) die Partikelfilterpflicht für dieselbetriebene Maschinen in Industrie- und Gewerbebetrieben. Eine im Frühling durchgeführte Kontrolle ergab, dass sie erst teilweise eingehalten wird.

Im Frühling haben die Kantone Luzern, Uri, Ob ­ und Nidwalden eine Kontrolle in 21 zufällig ausgewählten Betrieben durchgeführt. Erst rund die Hälfte der Betriebe hat demnach alle relevanten Maschinen nachgerüstet. Von den anderen Betrieben haben die meisten zumindest mit der Umsetzung begonnen. Allerdings sind nur vereinzelte Betriebe gänzlich untätig geblieben.

Von allen Maschinen, die einen Partikelfilter haben müssen, muss jede fünfte nachgerüstet werden. Die Kantone wollen aber vorerst auf Verzeigungen verzichten und gewähren weitere Fristen.

pd/cv

Ab dem 1. September müssen neue Dieselfahrzeuge mit einem Partikelfilter ausgerüstet sein. (Bild Amt für Umweltschutz)

Ab dem 1. September müssen neue Dieselfahrzeuge mit einem Partikelfilter ausgerüstet sein. (Bild Amt für Umweltschutz)