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Luft und Böden sind im Kanton Luzern noch zu stark verschmutzt

Die Umwelt hat sich in den vergangenen Jahren zwar verbessert. Ein neuer Bericht zeigt jetzt aber, dass ihr vor allem die Landwirtschaft und der Verkehr zusetzen. Regierungsrat Robert Küng ortet Handlungsbedarf.
Niels Jost
Philipp Arnold von der Dienststelle Umwelt und Energie bei der Entnahme einer Wasserprobe. Luzerner Gewässer sind unter anderem mit Düngstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft belastet. (Bild: PD)

Philipp Arnold von der Dienststelle Umwelt und Energie bei der Entnahme einer Wasserprobe. Luzerner Gewässer sind unter anderem mit Düngstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft belastet. (Bild: PD)

Luzern geht es gut. Die Lebensqualität ist hoch. Davon ist Bau-, Wirtschafts- und Umweltdirektor Robert Küng überzeugt. Trotzdem setzen das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum der Umwelt im Kanton zu. Dies zeigt der neue Umweltbericht 2018, welcher von Küngs Departement erstellt wurde. Es ist nach 2001 erst die zweite Bestandesaufnahme über die hiesigen Gewässer, Böden und die Luftqualität. Ein Massnahmenkatalog sei der gut 40-seitige Bericht zwar nicht, sagte Küng an der Präsentation am Donnerstag. Allerdings schaffe er eine «gut verständliche» Grundlage, um für die einzelnen Bereiche Massnahmen zu treffen, so der FDP-Politiker.

Handlungsbedarf gebe es allemal. So sind beispielsweise die Böden zu sauer, der Baldegger-, Mauen- oder Soppensee weisen einen zu tiefen Sauerstoff Gehalt auf oder die Ozonwerte in der Luft überschreiten an 30 bis 50 Tagen pro Jahr den Grenzwert, weil Fahrzeuge und die Industrie noch zu viele Schadstoffe ausstossen.

Der Kanton hat hierfür fünf Ziele formuliert. Das soll sich bis ins Jahr 2030 ändern:

  • Die Siedlungsentwicklung auf die Mobilität abstimmen, um bessere Voraussetzungen für den ÖV zu schaffen.
  • Nährstoffüberschüsse in der Landwirtschaft vermeiden und Schadstoffe vermindern.
  • Kreisläufe - etwa in der Landwirtschaft oder bei Abfällen im Haushalt oder in Firmen - schliessen, beispielsweise durch mehr Recycling.
  • Der Anteil erneuerbarer Energien soll sich gegenüber dem Jahr 2007 auf 30 Prozent verdoppeln.
  • Gewässer besser vor Verschmutzung schützen.

Diese Auflistung zeigt: Die Ziele sind sehr offen formuliert. Konkrete Massnahmen würden aber laufend getroffen, versicherte Umweltdirektor Küng. Als Beispiel nannte er das neue, nationale Raumplanungsgesetz, welches im Mai 2014 in Kraft getreten ist. Seither darf nur noch innerhalb der bestehenden Siedlungszonen gebaut werden - die Zersiedelung der Landschaft soll damit gestoppt werden, und zwar bis 2024. Bis dann müssen die Luzerner Gemeinden ihre Zonen- und Nutzungspläne ans Bundesgesetz anpassen.

Weitere Massnahmen in Landwirtschaft

Ein weiteres Beispiel ist die Ammoniak-Reduktion in der Landwirtschaft. «Mit dem Einsatz von Gülle-Schleppschläuchen oder verstärkten Vorschriften bei Um- und Neubauten konnten wir die daraus resultierenden Stickstoff-Emissionen in den Böden bereits um 4,5 Prozent im Vergleich zu 2010 verringern», sagte Daniel Christen, Leiter der Dienststelle Umwelt und Energie. Diese Zahl stammt aus der letzten Messung aus dem Jahr 2015. Das damals verkündete Ziel, die Emissionen bis 2030 um 30 Prozent zu verringern, wird man aber nicht erreichen (wir berichteten).

Robert Küng betonte, dass daran aber nicht die Bauern Schuld seien. Sondern: «Unsere Zielsetzung war damals wohl nicht sehr realistisch.» Nach wie vor sind die Böden zu sauer. So hohe Ammoniak-Werte wie in Luzern gibt es sonst kaum in einem anderen Kanton. Man sei nun aber dran, einen neuen Massnahmenplan mit Vertretern aus der Landwirtschaft auszuarbeiten. Für Daniel Christen ist dieser runde Tisch bereits ein erster Erfolg. «Wir sind alle an einer gemeinsamen Lösung interessiert», sagte er. «Zur Debatte stehen beispielsweise das Abdecken von Güllesilos, einen schnelleren Vollzug oder weitere Massnahmen bei Um- und Neubauten». Bis Ende Jahr will der Kanton den neuen Ammoniak-Massnahmenplan ausarbeiten.

Pro Jahr werden 10'000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen

Doch nicht alle genannten Ziele kann der Kanton direkt beeinflussen. So ist er bei der angestrebten Reduktion der Hausabfälle auf das Verhalten jedes einzelnen Bürgers angewiesen. «Pro Jahr werfen wir rund 10'000 Tonnen einwandfreie Lebensmittel weg – 45 Prozent davon in privaten Haushalten», rechnete Christen vor. «Mit sorgfältigerem Recycling und bewussterem Einkaufen kann die Abfallmenge pro Kopf reduziert werden.»

Hinweis: Den Umweltbericht 2018 können Sie online unter www.uwe.lu.ch lesen.

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