UMWELTSCHUTZ: 850 kg weniger Russ gelangt in Luzerner Luft

Seit zwei Jahren beschafft die Stadt Luzern neue Dieselfahrzeuge und -maschinen nur noch mit Russ-Partikelfiltern. Damit würden jährlich 400'000 Franken an Gesundheitskosten gespart.

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Ein Arbeiter der Abfallentsorgung blickt aus seinem Nutzfahrzeug. (Archivbild Esther Michel/Neue LZ)

Ein Arbeiter der Abfallentsorgung blickt aus seinem Nutzfahrzeug. (Archivbild Esther Michel/Neue LZ)

Wie in allen grösseren Agglomerationen der Schweiz ist auch in der Stadt Luzern die Belastung der Luft mit Feinstaub zu hoch. Die entsprechenden Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung werden grossflächig und zeitweise deutlich überschritten. Die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung seien gravierend, wie die Stadt Luzern mitteilt.

Traktoren als Russschleudern
Die Feinstaubbelastung geht auf die ultrafeinen, krebserzeugenden Russpartikel aus Dieselmotoren zurück. Besonders schlecht stehen land- und forstwirtschaftliche Maschinen da, welche zahlreich auch im Kommunalbereich eingesetzt werden. Ihre auf nationaler Ebene festgelegten Abgasnormen hinken denjenigen für Strassenfahrzeuge weit hinterher. So darf ein mittelgrosser Traktor heute noch 15-mal soviel Russ freisetzen wie ein moderner Lastwagen.

Nachdem in den letzten Jahren leistungsfähige Partikelfilter auf den Markt kamen, welche die Russemissionen von Dieselmotoren um mehr als 97 Prozent zu reduzieren vermögen, hatte der Stadtrat im Februar 2007 beschlossen, neue dieselbetriebene Fahrzeuge und Maschinen nur noch mit wirkungsvollen Filtersystemen zu beschaffen. Der Stadtrat verlangte ferner die Nachrüstung der bereits im Einsatz stehenden kommunalen Dieselmotoren mit dem Ziel, 90 Prozent der Russ-Emissionen aus kommunalen Fahrzeugen und Geräten bis Ende 2008 zu eliminieren.

«Sauberste Flotte der Schweiz»
Die vom Strasseninspektorat und vom Umweltschutz gemeinsam geleitete Nachrüstaktion konnte kürzlich erfolgreich abgeschlossen werden. Heute sind in der Stadtverwaltung mit Ausnahme der Feuerwehrfahrzeuge sämtliche schweren Nutzfahrzeuge und mehr als 30 Geräte wie Kleintraktoren, Kehrmaschinen, Mäher und Raupenbagger mit wirkungsvollen Partikelfiltern ausgerüstet. Insbesondere bei den kleineren Geräten hat die Stadt Luzern diesbezüglich Pionierarbeit geleistet, wie es weiter heisst. Heute betreibe die Stadt Luzern wohl die sauberste Flotte von kommunalen Fahrzeugen und Maschinen in der Schweiz.

Die bei den städtischen Fahrzeugen und Maschinen gegenüber 2006 erzielte Emissionsreduktion von 90 Prozent darf sich auch in absoluten Zahlen sehen lassen: Zirka 850 kg Dieselruss pro Jahr gelangen heute nicht mehr in die Stadtluft. Das sei umso bedeutungsvoller, als die städtischen Fahrzeuge und Maschinen regelmässig in den Wohnquartieren eingesetzt werden. Die verbesserte Luftqualität reduziere die Gesundheitskosten der Bevölkerung jährlich um rund 400'000 Franken.

scd