Umweltverbände finden: Moorschutzgebiet in Sörenberg bietet per se genügend Erlebnis

Die Erweiterung des Mooraculum auf der Rossweid wird derzeit durch Umweltverbände blockiert. Sie fürchten einen zu grossen Eingriff für die Moore.

Roseline Troxler
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Ein Teil des Erlebnisparks Mooraculum auf der Rossweid in Sörenberg.

Ein Teil des Erlebnisparks Mooraculum auf der Rossweid in Sörenberg.

Bild: PD

Die Bergbahnen Sörenberg wollen das Mooraculum um 21 Stationen erweitern. Kostenpunkt: Rund 350 000 Franken. Das Mooraculum befindet sich auf der Rossweid. Es beinhaltet einen Moorrundweg, der sich vor allem in den Sommermonaten grosser Beliebtheit erfreut. Derzeit besteht es aus einem 1,5 Kilometer langen Weg mit 17 Erlebnisstationen rund um das Thema Moor. Die Stationen beinhalten etwa Wasserspielgeräte, Geschicklichkeitsspiele, Wissensvermittlung zu Natur und Umwelt und eingegliederte Picknickstellen.

Gegen die geplante Erweiterung haben die Umweltverbände WWF, Pronatura und BirdLife aber Einsprache eingereicht – erneut. Denn Einspruch haben sie bereits gegen die erste Auflage eingelegt , welche in der Folge überarbeitet wurde. Maria Jakober von BirdLife findet es zwar positiv, dass das Projekt redimensioniert wurde, wie sie auf Anfrage für die verschiedenen Umweltverbände sagt, welche gemeinsam Einsprache eingereicht haben. «Dies begrüssen wir ausdrücklich.» Sie führt allerdings aus:

«Die grundsätzliche, raumplanerische Frage nach der Standortgebundenheit wurde nicht geklärt.»

Sie hoffe, dass dies nun geschehe. «Aus unserer Sicht gilt es zu klären, ob das Angebot tatsächlich zur Aufklärung beiträgt und durch die vermeintlichen Bildungsangebote der hochsensible Lebensraum Moor nicht in Frage gestellt wird.» Die Naturschutzverbände Pro Natura, BirdLife und WWF würden prinzipiell die Frage stellen, «ob ein so sensibles Moorschutzgebiet nicht genügend Naturerlebnis per se bietet». Zudem gebe es weiterhin Unklarheiten in der Auffassung, wo genau die Grenze zwischen bestehenden und neuen Anlagen und den Flächen des Naturschutzgebiets verlaufen.

«Einsprache ist ein Hohn gegenüber der Region»

Theo Schnider, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Sörenberg, zeigt sich enttäuscht über die Einsprache der Umweltverbände. «Wir sind ihnen mehr entgegengekommen, als sie forderten.» So habe man etwa in einem Betriebs- und Unterhaltskonzept aufgezeigt, wie man bestehende Trampelpfade zurückbauen wolle. Theo Schnider unterstreicht, dass die Unesco Biosphäre Entlebuch jüngst den Zentralschweizer Tourismus Award für umweltschonenden und nachhaltigen Tourismus erhalten hatte. Schnider findet:

«Die Einsprache ist ein Hohn gegenüber der Region. Gerade auch, weil dieses Projekt zur Sensibilisierung der Moore beitragen will.»

Zudem werde das Problem, wenn es überhaupt eines sei, hochstilisiert. «Praktisch der ganze Erlebnisweg findet auf bereits heute befestigtem, geschottertem Weg statt», sagt Theo Schnider.

Die Bergbahnen Sörenberg wollen die Einsprache nun detailliert anschauen und warten zudem noch die Rückmeldung der involvierten kantonalen Dienststellen ab. «Anfang Jahr wollen wir das Projekt dann mit der Gemeinde besprechen.» Die Einsprecher beantragen, auf die Erstellung des grossen Moorrundwegs zu verzichten oder das Projekt zu überarbeiten, wie es in der Einsprache heisst.

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