UMZUG: Die Amag verlässt Ebikon

Der Autohändler Amag zieht von Ebikon nach Buchrain. Am alten Standort entsteht eine Wohnsiedlung. In Ebikon ist man erfreut, in Buchrain überrascht.

Luca Wolf
Drucken
Teilen
Roman Häfliger, Geschäftsführer von Amag Ebikon, will den Sitz des Unternehmens nach Perlen verlegen und dort neue Arbeitsplätze schaffen. (Bild Philipp Schmidli)

Roman Häfliger, Geschäftsführer von Amag Ebikon, will den Sitz des Unternehmens nach Perlen verlegen und dort neue Arbeitsplätze schaffen. (Bild Philipp Schmidli)

In Ebikon ist viel los. Das Rieseneinkaufszentrum Mall of Switzerland befindet sich im Bau, die Kantonsstrasse soll neu gestaltet und das ganze Areal rund um den Bahnhof massiv aufgewertet werden. Um all diese und viele weitere Projekte zu koordinieren, lässt die Gemeinde mit ihren 13'000 Einwohnern bis Anfang 2015 einen Masterplan erstellen (Ausgabe vom Mittwoch).

Dabei gibts ein Grossprojekt, von dem die Öffentlichkeit bislang noch nichts wusste. «Der Autohändler Amag zieht nach Perlen in die Gemeinde Buchrain. Dadurch kann auf dem alten Areal eine Wohn- und Geschäftsüberbauung realisiert werden», sagt der Ebikoner Gemeinderat und Bauchef Peter Schärli auf Anfrage unserer Zeitung.

«Wir brauchen mehr Platz»

Heute betreibt die Amag an der Luzernerstrasse 17 in Ebikon eine grosse Autogarage mit rund 70 Mitarbeitern. Zum Firmengelände gehört auch das als Parkplatz/Ausstellungsfläche genutzte Areal zur Schachenweidstrasse hin. Insgesamt ist das Grundstück stattliche 15 400 Quadratmeter gross. Roman Häfliger, Geschäftsführer von Amag Ebikon, bestätigt die Umzugspläne: «Im Rahmen einer Reorganisation verlegen wir den Sitz nach Perlen. Dort konnten wir Ende 2012 von der Papierfabrik ein Grundstück kaufen.» Es liegt nahe des Autobahnzubringers Rontal auf Höhe der Transportfirma Gloggner. «Wir brauchen mehr Platz», erläutert Häfliger. «Denn am neuen Standort wollen wir zusätzlich ein Carrosserie- und Lackzenter realisieren sowie ein neues Nutzfahrzeugcenter.» Auf dem bisherigen Areal hat es dafür keinen Platz. Zudem sei die Lage in Perlen verkehrstechnisch ideal.

Die Amag wird in den Neubau rund 35 Millionen Franken investieren. Bis Ende 2014 soll das Bauprojekt aufgelegt werden. Baustart soll 2015 sein. Geht alles nach Plan, können die Räumlichkeiten Ende 2016 oder Anfang 2017 bezogen werden. Rund 140 Personen werden dort arbeiten. Häfliger freut sich auf den Neustart: «Wir werden in Perlen dank modernster Technologie noch effizienter arbeiten können. Auch punkto Elektrofahrzeuge, die immer mehr gefragt sind, können wir dann einen umfassenden Service anbieten.»

Weg vom Garagen-Image

Auch wenn mit der Amag ein langjähriger «Ebikoner» wegzieht, sieht Gemeinderat Peter Schärli darin auch eine Chance. Denn die auf dem alten Firmenareal geplante Wohn- und Geschäftsüberbauung bringt der auch als «Ampli­kon» bezeichneten Gemeinde gleich mehrere Vorteile. «Heute hat es entlang der Kantonsstrasse sehr viele ein- und zweigeschossige Bauten, etwa Autogaragen. Das prägt das verkehrslastige Image von Ebikon. Es ist sehr positiv, wenn wir dort nun verdichtet Wohnraum schaffen können.» In der neuen Siedlung sollen vorwiegend Wohnungen entstehen. Einzig entlang der Kantonsstrasse sind im Erdgeschoss auch Räume fürs Gewerbe geplant. Für Details – Anzahl Wohnungen/Gewerberäume, Kosten etc. – ist es laut Häfliger noch zu früh. Sobald der Masterplan vorliegt, will die Amag einen Architekturwettbewerb ausschreiben. Baustart könnte Ende 2016 sein.

Der Buchrainer Gemeinderat Heinz Amstad erfuhr gestern erst durch die Anfrage unserer Zeitung vom neuen Amag-Grossprojekt. «Ich kann deshalb erst später dazu Stellung nehmen.»