UMZUG LUZERN: Wagen-Sujets überzeugen mit Biss und Fantasie

Am Baustellenrundgang präsentierten Zünfte und Fasnachtsgesellschaften ihre diesjährigen Sujets. Nebst dem Umzugskomitee durften auch wir einen Blick auf die Wagen werfen.

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Die Wagenbaugruppe «Dooq» lässt dieses Jahr die Welt der toten Wikinger aufleben. (Bild: Pius Amrein (Meggen, 16. Februar 2017))

Die Wagenbaugruppe «Dooq» lässt dieses Jahr die Welt der toten Wikinger aufleben. (Bild: Pius Amrein (Meggen, 16. Februar 2017))

Die Uniformen sitzen, die Fasnächtler tüfteln, die Masken grinsen, das Bier fliesst. Gelächter, Geplauder und ein immer wiederkehrendes «Huerenaffe – hey» sorgen beim diesjährigen Baustellenrundgang für eine heitere Stimmung, die die Vorfreude auf die baldige Fasnacht nicht zu verbergen vermag. Der traditionelle Rundgang, an dem Zünfte und Wagenbaugruppen jeweils die Sujets ihrer Fasnachtswagen vor dem Umzugskomitee und den Medien präsentieren, fand am Donnerstagabend statt – und somit wie immer exakt eine Woche vor dem Schmutzigen Donnerstag. 

Und wie zu erwarten war, enttäuschen auch die diesjährigen  Sujets nicht: Einige überraschen mit viel Fantasie, andere überzeugen mit Biss und politischer Satire, und wiederum andere feiern zur Abwechslung mal sich selber. Mit dem Reisecar ging es zuerst nach Meggen: Dort werkelt die Wagenbaugruppe «Dooq» bereits seit dem Sommer an ihrem Wagen herum. Ihr diesjähriges Sujets «Dead Vikings» – tote Wikinger – kann etwa mit einem riesigen Wildschwein mit leuchtenden Augen auftrumpfen. 

Das Sujets «Rednecks» der Wagenbaugruppe Schnipp Schnapps kann sich mit seiner Höhe ebenfalls sehen lassen. Eben wegen dieser muss der Wagen für die grossen Umzüge aber verkleinert werden, weil er sonst den Trolleybusleitungen in die Quere kommen würde. 

«Huerenaffe – hey!» Im Fliegerschuppen auf der Allmend Luzern folgte schliesslich das Finale. Die Safran-Zunft greift heuer den Lichterstreit zwischen dem Hotel Schweizerhof und der Stadt Luzern auf. «Light Wars» nennt sich ihr Sujet, in Anlehnung an Star Wars. Darin kämpfen die Besitzer des «Schweizerhofs» als «Zunftjediritter» gegen die bösen städtischen Stormtrooper sowie gegen deren Anführer «Darth Lumière». 

Viele Löcher präsentiert daraufhin die Wey-Zunft, die mit «Gottardo 2016» ein bereits an der letzten Fasnacht beliebtes Thema aufgreift. Käselöcher, Tunnellöcher, Züglein und Bohrmaschinen zieren deren Wagen. Die Fidelitas schliesslich «feiern dieses Jahr sich selber», da sie vor 125 Jahren gegründet wurden. Torte, Geschenk und Konfetti sind deshalb garantiert. Und zu guter Letzt hat die Maskenliebhabergesellschaft Luzern mit ihrer Hommage an Giacobbo/Müller gar Szenen aus der ehemaligen SRF-Sendung einstudiert. Für ihre Aufführung am Rüüdige Samschtig kündigt sie gar eine Überraschung an. Alles in allem hat der Rundgang gezeigt: Die Fasnacht kann kommen!
 

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch